02) DER ARTIKEL

 

 

Der Artikel im Deutschen ist komplizierter als in anderen Sprachen, weil das Deutsche zu den wenigen Sprachen gehört, wo es 3 Genera bei den Artikeln gibt, nämlich maskulin (m), feminin (f) und neutrum (n).

Es gibt 2 Artikel in der deutschen Sprache; einen bestimmten - auch definiter Artikel genannt - und einen unbestimmten - auch indefiniter Artikel genannt.

Die bestimmten Artikel „der / die / das (Sg.)“ und „die (Pl.)“ sind im Deutschen veränderlich, je nachdem, ob Singular oder Plural oder Nominativ, Genitiv, Dativ oder Akkusativ gemeint ist, da das Deutsche eine Kasus-Flexion* (Veränderlichkeit der Fälle) kennt.

Die unbestimmten Artikel „ein / eine / ein (Sg.)“ sind im Deutschen veränderlich, je nachdem, ob der Nominativ, Genitiv, Dativ oder Akkusativ gemeint ist, da das Deutsche eine Kasus-Flexion* (Veränderlichkeit der Fälle) kennt. Der unbestimmte Artikel hat keinen Plural. Ab und zu wird für den Plural die Form „einige“ benutzt, was aber keine offizielle Plural-Form des unbestimmten Artikels darstellt. Man benutzt auch den sogenannten Null-Artikel.

 

* Flexion ist der Oberbegriff.

Die Flexion wird unterteilt in

die Deklination der Substantive und

die Konjugation der Verben.

 

Der Nominativ wird „casus rectus (gerader Fall)“ genannt,

da er nicht dekliniert wird, also unveränderlich ist.

Der Genitiv, Dativ und Akkusativ werden

casūs obliqui (schiefe Fälle)“ genannt,

da sie dekliniert werden, also veränderlich sind.

 

 

NB :

Bei den Deklinationstabellen werden in diesem Kompendium die Fälle immer in der Reihenfolge der Häufigkeit des Gebrauchs angegeben – also Nominativ, Akkusativ, Dativ und Genitiv, was in Lehrbüchern und Grammatiken für Ausländer üblich ist.

a) Die Formen des Artikels

 

aa) Der bestimmte (definite Artikel) :

 

 

DEUTSCH - bestimmter / definiter Artikel (Singular)

 

bestimmter Artikel

Kasus (Fall)

der (m)

die (f)

das (n)

Nominativ

der

die

das

Akkusativ

den

die

das

Dativ

dem

der

dem

Genitiv

des

der

des

 

 

NOMINATIV :

Der Mann geht über die Straße.

Die Frau sagt „Hallo !“.

Das Kind ist anderer Meinung.

 

AKKUSATIV :

Der Lehrer korrigiert den Aufsatz.

Die Frau füttert die Katze.

Das Kind streichelt das Pferd.

 

DATIV :

Der Sohn widerspricht dem Vater.

Die Firma gewährt der Kundin oft einen Zahlungsaufschub.

Das Spielzeug bereitet dem Kind viel Freude.

 

GENITIV :

Der Aufzug des Wohnblocks ist defekt.

Die Leiterin der Kindertagesstätte ist krank.

Das Spielzeug des Kindes ist auf den Boden gefallen.

 

 

NB :

- Bei einer deutschen Grammatik für Deutsche werden die Kasus (= Fälle) in der normal üblichen Reihenfolge angegeben (Nominativ / Genitiv / Dativ / Akkusativ).

Bei einer deutschen Grammatik für Ausländer werden die Kasus (= Fälle) nach der Häufigkeit des Gebrauchs angegeben (Nominativ / Akkusativ / Dativ / Genitiv). Wie man sieht, sind der Nominativ und der Akkusativ die am häufigsten gebrauchten Kasus; der Genitiv wird eindeutig am seltensten gebraucht.

-der / die / das“ können auch als Demonstrativ-Pronomina benutzt werden, dann hat der Genitiv Singular und Plural sowie der Dativ Plural in allen Genera abweichende Formen.

- Der bestimmte maskuline Artikel im Singular „der“ hat in allen 4 Kasus unterschiedliche Formen.

Der bestimmte feminine Artikel „die“ im Singular hat im Nominativ und Akkusativ einerseits und im Genitiv und Dativ andererseits gleiche Formen.

Der bestimmte neutrale Artikel „das“ im Singular hat im Nominativ und Akkusativ gleiche Formen. Der Genitiv und der Dativ des neutralen Artikels sind identisch mit denen des bestimmten maskulinen Artikel in den beiden vorgenannten Kasus im Singular.

- Feminine Substantive bleiben im Singular in allen Kasus unverändert.

- Der Gebrauch des Genitivs wird immer seltener. Von daher werden statt des Genitivs sehr oft, vor allem in der Umgangssprache, die Ersatz-Konstruktionen mit der Präposition „von“ + der Dativ-Form gebraucht.

 

Das Auto des Mannes / von dem Mann wurde gestohlen.

Das Auto der Frau / von der Frau wurde gestohlen.

Das Auto des Mädchens / von dem Mädchen wurde gestohlen.

 

Die „richtigen“ Genitiv-Formen sind grammatikalisch korrekt; die Ersatz-Konstruktionen sind nach Möglichkeit zu vermeiden, setzen sich aber leider immer mehr durch.

 

 

NB :

Man muss bei der Ersatz-Konstruktion aufpassen, vor allem, wenn es sich um einen Passiv-Satz handelt. Die Ersatz-Konstruktion ist nämlich identisch mit dem Agens, dem Urheber der Handlung beim Passiv. Der Sinn wird nur durch die Satz-Stellung deutlich.

In der Ersatz-Konstruktion ist der Besitzer bekannt, weil es ja eine Genitiv-Konstruktion ist; in der Passiv-Konstruktion ist in diesem Fall der Besitzer unbekannt, aber auch unwichtig, da die Handlung und der Agens im Vordergrund stehen.

 

Das Auto von dem Mann wurde gestohlen. (Ersatz-Konstruktion)*

Das Auto wurde von dem Mann gestohlen. (Passiv-Konstruktion)*

 

Das Auto von der Frau wurde gestohlen. (Ersatz-Konstruktion)

Das Auto wurde von der Frau gestohlen. (Passiv-Konstruktion)

 

Das Auto von dem Mädchen wurde gestohlen. (Ersatz-Konstruktion)*

Das Auto wurde von dem Mädchen gestohlen. (Passiv-Konstruktion)*

 

* Oft wird auch die kontrahierte Form „vom“ benutzt, die vor allem in der Umgangssprache vorkommt.

 

 

 

DEUTSCH - bestimmter Artikel (Plural)

 

Bestimmter Artikel

Kasus (Fall)

die (m / f / n)

Nominativ

die

Akkusativ

die

Dativ

den

Genitiv

der

 

 

NOMINATIV :

Die Männer gehen über die Straße.

Die Frauen sagen „Hallo !“.

Die Kinder sind anderer Meinung.

 

AKKUSATIV :

Die Lehrer korrigieren die Aufsätze.

Die Frauen füttern die Katzen.

Die Kinder streicheln die Pferde.

 

DATIV :

Die Professoren bieten den Studenten Nachhilfeunterricht an.

Die Firmen gewähren den Kunden oft einen Zahlungsaufschub.

Die Spielzeuge bereiten den Kindern viel Freude.

 

GENITIV :

Die Gärten der Wohnblöcke sind wunderschön.

Die Zimmer der Pensionen sind sehr bequem.

Die Spielzeuge der Kinder sind auf den Boden gefallen.

 

 

NB :

- Bei einer deutschen Grammatik für Deutsche werden die Kasus (= Fälle) in der normal üblichen Reihenfolge angegeben (Nominativ / Genitiv / Dativ / Akkusativ).

Bei einer deutschen Grammatik für Ausländer werden die Kasus (= Fälle) nach der Häufigkeit des Gebrauchs angegeben (Nominativ / Akkusativ / Dativ / Genitiv). Wie man sieht, sind der Nominativ und der Akkusativ die am häufigsten gebrauchten Kasus; der Genitiv wird eindeutig am seltensten gebraucht.

- Für den bestimmten Artikel im Plural ist ausschließlich für alle Genera die Form „die“ im Nominativ zu benutzen.

Man kann deswegen am Plural des Substantivs nicht auf das Genus des Substantivs schließen.

- Feminine Substantive bleiben im Plural in allen Kasus unverändert.

- Der bestimmte Artikel „die“ im Plural hat im Genitiv Plural (der) die gleiche Form wie die maskuline Singular-Form des Nominativs; der Dativ Plural (den) ist identisch mit der maskulinen Singular-Form des Akkusativs.

- Der Gebrauch des Genitivs wird immer seltener. Von daher werden statt des Genitivs sehr oft, vor allem in der Umgangssprache, die Ersatz-Konstruktionen mit der Präposition „von“ + der Dativ-Form gebraucht.

 

Das Auto der Männer / von den Männern wurde gestohlen.

Das Auto der Frauen / von den Frauen wurde gestohlen.

Das Auto der Mädchen / von den Mädchen wurde gestohlen.

 

Die Genitiv-Formen sind grammatikalisch korrekt; die Ersatz-Konstruktionen sind nach Möglichkeit zu vermeiden, setzen sich aber leider immer mehr durch.

 

 

NB :

Man muss bei der Ersatz-Konstruktion aufpassen, vor allem, wenn es sich um einen Passiv-Satz handelt. Die Ersatz-Konstruktion ist nämlich identisch mit dem Agens, dem Urheber der Handlung beim Passiv. Der Sinn wird nur durch die Satz-Stellung deutlich.

In der Ersatz-Konstruktion ist der Besitzer bekannt, weil es ja eine Genitiv-Konstruktion ist; in der Passiv-Konstruktion ist der Besitzer in diesem Fall unbekannt, aber auch unwichtig, da die Handlung und der Agens im Vordergrund stehen.

 

Das Auto von den Männern wurde gestohlen. (Ersatz-Konstruktion)

Das Auto wurde von den Männern gestohlen. (Passiv-Konstruktion)

 

Das Auto von den Frauen wurde gestohlen. (Ersatz-Konstruktion)

Das Auto wurde von den Frauen gestohlen. (Passiv-Konstruktion)

 

Das Auto von den Mädchen wurde gestohlen. (Ersatz-Konstruktion)

Das Auto wurde von den Mädchen gestohlen. (Passiv-Konstruktion)

 

 

Bemerkung :

 

Ausführliche Informationen zu den Deklinationen und den Kasus sind im Kapitel 03) – Das Substantiv und im Kapitel 05c) - Die Pronomina - Die Possessiv-Adjektive und -Pronomina zu finden.

 

 

 

 

ab) Der unbestimmte (indefinite Artikel) :

 

 

DEUTSCH - unbestimmter / indefiniter Artikel (Singular)

 

unbestimmter Artikel

Kasus (Fall)

ein (m)

eine (f)

eine (n)

Nominativ

ein

eine

ein

Akkusativ

einen

eine

ein

Dativ

einem

einer

einem

Genitiv

eines

einer

eines

 

 

NOMINATIV :

Ein Mann geht über die Straße.

Eine Frau sagt „Hallo !“.

Ein Kind ist oft anderer Meinung.

 

AKKUSATIV :

Der Lehrer korrigiert einen Aufsatz.

Die Frau füttert eine Katze.

Das Kind streichelt ein Pferd.

 

DATIV :

Der Sohn widerspricht einem Nachbarn.

Die Firma gewährt einer Kundin oft einen Zahlungsaufschub.

Das Spielzeug bereitet einem Kind viel Freude.

 

GENITIV :

Der Aufzug eines Wohnblocks ist defekt.

Die Leiterin einer Kindertagesstätte ist krank.

Das Spielzeug eines Kindes ist auf den Boden gefallen.

 

 

NB :

 

DEN UNBESTIMMTEN PLURAL-ARTIKEL

GIBT ES IM DEUTSCHEN NICHT !

 

- Bei einer deutschen Grammatik für Deutsche werden die Kasus (= Fälle) in der normal üblichen Reihenfolge angegeben (Nominativ / Genitiv / Dativ / Akkusativ).

Bei einer deutschen Grammatik für Ausländer werden die Kasus (= Fälle) nach der Häufigkeit des Gebrauchs angegeben (Nominativ / Akkusativ / Dativ / Genitiv). Wie man sieht, sind der Nominativ und der Akkusativ die am häufigsten gebrauchten Kasus; der Genitiv wird eindeutig am seltensten gebraucht.

- Der unbestimmte maskuline Artikel „ein“ hat in allen 4 Kasus unterschiedliche Formen.

Der unbestimmte feminine Artikel „eine“ hat im Nominativ und Akkusativ einerseits und im Genitiv und Dativ andererseits gleiche Formen.

Der unbestimmte neutrale Artikel „ein“ hat im Nominativ und Akkusativ gleiche Formen. Der Genitiv und der Dativ des neutralen Artikels sind identisch mit denen des bestimmten maskulinen Artikel in den beiden vorgenannten Kasus im Singular.

Die Regeln sind übrigens die gleichen wie beim bestimmten Artikel.

- Feminine Substantive bleiben in allen Kasus unverändert.

- Der Gebrauch des Genitivs wird immer seltener. Von daher werden statt des Genitivs sehr oft, vor allem in der Umgangssprache, die Ersatz-Konstruktionen mit der Präposition „von“ + der Dativ-Form gebraucht.

 

Das Auto eines Mannes / von einem Mann wurde gestohlen.

Das Auto einer Frau / von einer Frau wurde gestohlen.

Das Auto eines Mädchens / von einem Mädchen wurde gestohlen.

 

Die „richtigen“ Genitiv-Formen sind grammatikalisch korrekt; die Ersatz-Konstruktionen sind nach Möglichkeit zu vermeiden, setzen sich aber leider immer mehr durch.

 

 

NB :

Man muss bei der Ersatz-Konstruktion aufpassen, vor allem, wenn es sich um einen Passiv-Satz handelt. Die Ersatz-Konstruktion ist nämlich identisch mit dem Agens, dem Urheber der Handlung beim Passiv. Der Sinn wird nur durch die Satz-Stellung deutlich.

In der Ersatz-Konstruktion ist der Besitzer bekannt, weil es ja eine Genitiv-Konstruktion ist; in der Passiv-Konstruktion ist in diesem Fall der Besitzer unbekannt, aber auch unwichtig, da die Handlung und der Agens im Vordergrund stehen.

 

 

Das Auto von einem Mann wurde gestohlen. (Ersatz-Konstruktion)

Das Auto wurde von einem Mann gestohlen. (Passiv-Konstruktion)

 

Das Auto von einer Frau wurde gestohlen. (Ersatz-Konstruktion)

Das Auto wurde von einer Frau gestohlen. (Passiv-Konstruktion)

 

Das Auto von einem Mädchen wurde gestohlen. (Ersatz-Konstruktion)

Das Auto wurde von einem Mädchen gestohlen. (Passiv-Konstruktion)

 

 

Bemerkung :

 

Ausführliche Informationen zu den Deklinationen und den Kasus sind im Kapitel 03) – Das Substantiv zu finden.

 

 

 

 

b) Der Gebrauch der Artikel :

 

ba) Der Gebrauch des bestimmten (definiten) Artikels

bb) Der Gebrauch des unbestimmten (indefiniten) Artikels

bc) Der Gebrauch des Null-Artikels

 

 

ba) Der Gebrauch des bestimmten (definiten) Artikels :

 

Der bestimmte Artikel wird im Deutschen benutzt ...

 

baa)

für etwas Bekanntes :

 

Der Bäcker unseres Dorfes wohnt zwei Häuser von uns entfernt.

Sage mir die Wahrheit !

Gib mir bitte das Buch aus dem Regal !

 

 

bab)

für etwas, was man schon einmal erwähnt hat :

 

Hast du dir ein neues Auto gekauft ? Ja, das Auto war aber teuer.

 

Wo ist hier eine Bank ? Die nächste Bank ist am Bahnhof.

 

Wann zahlst du einen Teil des Geldes zurück ?

Den nächsten Teil zahle ich Ende des Monats zurück.

 

 

 

 

bac)

für Dinge, die es nur einmal gibt :

 

Hier unterscheidet man die absolute und die relative Einschränkung.

Absolute Einschränkung bedeutet, dass es diese Person oder dieses Objekt wirklich nur einmal gibt.

Relative Einschränkung bedeutet, dass es dieses Objekt zwar mehrmals gibt, aber ein ganz bestimmtes an einen ganz bestimmten Ort gemeint ist.

 

Beispiele für die absolute Einschränkung :

 

Der Papst besucht nächstes Jahr Deutschland.

Die Sonne ist sehr heiß.

Die Erde und der Jupiter sind Planeten.

Die Bundeskanzlerin spricht vor dem Parlament.

Ich will das Brandenburger Tor mal sehen.

 

Diese Personen und Objekte existieren wirklich nur einmal.

 

 

Beispiele für die relative Einschränkung :

 

Wo ist der Bahnhof ?

Gib mir mal bitte die Zeitung !

 

Es gibt mehrere Bahnhöfe, aber hier ist der Bahnhof eines bestimmten Ortes gemeint, über den hier gesprochen wird.

Im zweiten Satz bezieht sich der bestimmte Artikel darauf, dass sich die Zeitung in Seh- und Reichweite der Kommunikationspartner befindet.

 

 

 

bad)

bei Adjektiven im Superlativ vor Substantiven :

 

Das ist das beste Ereignis dieses Jahr.

Mein Sohn hat in der Mathematik-Arbeit die schlechteste Zensur.

Wer hat das meiste Geld ausgegeben ?

 

 

 

bae)

bei Adverbien im Superlativ, die ein Verb beschreiben :

 

Wer ist am schnellsten gelaufen ?

Welcher Kandidat hat am besten abgeschnitten ?

Mein Vater hat am lautesten gemeckert.

 

 

 

baf)

bei einer Vorinformation :

 

Hat deine Mutter die Operation gut überstanden ?

Hast du die Milch gekauft ?

Thomas, wann hast du die Latein-Prüfung ?

 

 

NB :

Der bestimmte Artikel kann nur stehen, wenn beide Kommunikationspartner über das Ereignis Bescheid wissen, das heißt, wenn beide entsprechend vorinformiert sind, dass z.B. in Bezug auf Satz 1 beide Gesprächspartner von der Operation der Mutter wussten.

 

 

 

bag)

beim sogenannten gebundenen Gebrauch :

 

Gebundener Gebrauch bedeutet, dass es sich um eine feste, unveränderliche Redewendungen oder um Funktionsverbgefüge mit dem bestimmten Artikel handelt. Sie stellen immer ein Ganzes dar. Diese festen, unveränderlichen Redewendungen kommen auch mit dem unbestimmten Artikel und dem Null-Artikel vor. Der bestimmte Artikel verbindet sich manchmal mit einer Präposition.

 

zum Abschluss bringen

Ich habe endlich meine Forschungen zum Abschluss gebracht.

 

sich etwas aus den Fingern saugen

Ich bin mir sicher, dass er sich alles aus den Fingern saugt.

 

ums Leben kommen

Bei dem Brand sind drei Menschen ums Leben gekommen.

 

ans Licht kommen

Die Wahrheit kommt eh ans Licht - also sage sie jetzt !

 

die Nase hoch tragen

Dein Bruder trägt die Nase aber ganz schön hoch.

 

im Sande verlaufen

Die Ermittlungen sind leider im Sande verlaufen.

 

an den Tag bringen

Was werden die Ermittlungen noch an den Tag bringen ?

 

und viele andere

 

 

NB :

Oft werden beim gebundenen Gebrauch verschmolzene Präpositionen wie „ans – an das“ oder „im – in dem“ und andere benutzt. Siehe dazu die obigen Beispiele !

bah)

bei einigen Eigennamen :

 

Eigennamen sind von Hause aus bestimmt (definit), was aber nicht heißen muss, dass man sie nicht unbestimmt (indefinit) benutzen kann.

 

- Bei manchen geographischen Eigennamen steht der bestimmte Artikel, bei manchen nicht. Dort steht dann der Null-Artikel.

 

der Atlantik

der Ärmelkanal

die Eifel

die Elbe

das Elsass

der Kongo

der Mount Everest

die Niederlande

die Nordsee

die Ostsee

der Pazifik

der Rhein

die Schweiz

die Türkei

die Zugspitze

 

und viele andere

 

 

NB :

- Welche mit dem Null-Artikel stehen, siehe dort Seite 20 !

- Flüsse, Meere, Berge und Gebirge stehen mit dem bestimmten Artikel, ebenso wie alle femininen und pluralischen Namen von Gebieten, Regionen und Ländern.

- Bei Personen-Namen steht normalerweise fast nie der bestimmte Artikel. Allerdings benutzt man in Süddeutschland (Baden-Württemberg und Bayern) gewöhnlich den bestimmten Artikel beim Vornamen.

 

Das hat der Thomas nie und nimmer gesagt.

Der Peter hilft dir bestimmt, die Regale aufzubauen.

 

 

NB :

Steht allerdings beim Personen-Namen eine Ergänzung, z.B. ein Adjektiv, ist der bestimmte Artikel zu setzen.

 

Der gutmütige Thomas hilft jedem.

Ich habe gestern den netten Paul aus der Buchhaltung gesehen.

Hast du schon mal das wunderschöne Venedig gesehen ?

 

 

 

bai)

bei den Relativ-Pronominader / die / das (Sg.) - die (Pl.) :

 

Dies trifft nur auf die Formen der Relativ-Pronomina im Nominativ, Akkusativ und Dativ zu. Die Genitiv-Formen sind abweichend vom denen des bestimmten Artikels.

 

 

 

 

bb) Der Gebrauch des unbestimmten (indefiniten) Artikels

 

Einige ganz wichtige Bemerkungen vorab :

 

a) Der unbestimmte Artikel kommt nur im Singular vor.

 

b) Der unbestimmte Artikel kann nur stehen, wenn das dazugehörige Substantiv zählbar ist.

 

 

Der unbestimmte Artikel wird im Deutschen benutzt ...

 

 

 

bba)

für Personen und Objekte,

die zum ersten Mal genannt werden :

 

Ist das nicht ein Bekannter deiner Mutter ?

Ja, der / dieser Bekannte meiner Mutter ist sehr nett.

 

Ich nehme mir die nächsten 3 Wochen eine Auszeit.

Die / Diese Auszeit ist nötig, da ich mich überarbeitet fühle.

 

Mein Bruder beginnt ein Studium In Berlin.

Das / Dieses Studium finanzieren meine Eltern.

 

Kannst du mir einen Gefallen tun ?

Den gleichen wie beim letzten Mal ?

 

 

 

bbb)

für allgemeine Tatsachen :

 

Ein Pfannkuchen schmeckt ohne Zimt und Zucker nicht.

Eine Pflanze braucht Licht und Wasser.

Wasser gefriert bei einer Temperatur von 0° Celsius.

Ein Kind bedarf eines besonderen Schutzes unserer Gesellschaft.

 

 

 

bbc)

für die Zahl 1 (dekliniert) :

 

Ich habe noch einen Vorschlag zu machen.

Ich möchte gern eine Tasse Kaffee bestellen.

Ich möchte dir gern eines meiner Kinder vorstellen.

 

 

 

bbd)

beim sogenannten freien Gebrauch

 

Freier Gebrauch bedeutet, dass der unbestimmte Artikel automatisch benutzt wird, ohne dass er irgendeine grammatische Bedeutung hätte, und wenn der Null-Artikel keinen Sinn macht. Voraussetzung für den freien Gebrauch des unbestimmten Artikels ist allerdings immer, dass das Substantiv Singular und zählbar ist.

 

Ich habe einen Kater.

In meinem Blumenkasten wächst ein kleines Pflänzchen.

Auf dem Tisch liegt ein Buch.

Ein Thomas Klein möchte dich sprechen.

 

 

NB :

- In den vorgenannten 3 Beispiel-Sätzen macht der Null-Artikel gar keinen Sinn.

Lass den unbestimmten Artikel einfach weg ! Du wirst sofort sehen, dass die Sätze dann für einen Deutschen falsch klingen, weil sie es auch sind.

Ausländer, die der deutschen Grammatik und Phonetik sind so vertraut sind, merken dies oft gar nicht.

- Auch der letzte Satz stellt einen freien Gebrauch bei Personen-Namen dar. Der unbestimmte Artikel steht, wenn die Person noch nicht richtig identifiziert ist.

 

 

 

bbe)

beim sogenannten gebundenen Gebrauch :

 

Gebundener Gebrauch bedeutet, dass es sich um eine feste, unveränderliche Redewendungen oder um Funktionsverbgefüge mit dem unbestimmten Artikel handelt. Sie stellen immer ein Ganzes dar. Diese festen, unveränderlichen Redewendungen kommen auch mit dem bestimmten Artikel und dem Null-Artikel vor.

 

eine Abfuhr erteilen

Als ich meinen Vater um Hilfe gebeten hatte, hat er mir eine Abfuhr erteilt.

 

ein Ende bereiten

Endlich hat mein Vater den ewigen Streitereien zwischen meinen Brüdern ein Ende bereitet.

 

aus einer Mücke einen Elefanten machen

Meine Mutter macht ständig aus einer Mücke einen Elefanten.

 

wie eine Seifenblase zerplatzen

Sein Traum ist wie eine Seifenblase zerplatzt.

 

sich an den letzten Strohhalm klammern

Wenn mein Sohn Probleme hat, klammert er sich immer an den letzten Strohhalm, nämlich an seinen Vater, der ihm immer hilft.

 

eine Veränderung erfahren

Meine Tochter hat in den letzten Monaten eine seltsame Veränderung erfahren.

 

und andere

 

 

 

bc) Der Gebrauch des Null-Artikels :

 

Der sogenannte Null-Artikel, das heißt, es steht gar kein Artikel, wird im Deutschen benutzt ...

 

 

 

bca)

bei einigen Eigennamen :

 

Eigennamen sind von Hause aus bestimmt (definit), was aber nicht heißen muss, dass man sie nicht mit dem Null-Artikel benutzen kann.

 

- Bei manchen geographischen Eigennamen steht der Null- Artikel, bei manchen nicht. Dort steht dann der bestimmte Artikel.

Beim Gebrauch mit dem Null-Artikel handelt es sich hauptsächlich um Städte und um Kontinente, aber auch um Länder.

 

Hamburg

Berlin

Los Angeles

Oberschwaben

Unterfranken

Japan

Kuwait

Indien

Amerika

Asien

Europa

Afrika

 

und viele andere

 

 

NB :

- Welche mit dem bestimmten Artikel stehen, siehe Seite 15 !

- Flüsse, Meere, Berge und Gebirge stehen mit dem bestimmten Artikel, ebenso wie alle femininen und pluralischen Namen von Gebieten, Regionen und Ländern.

 

 

 

bcb)

bei Personen-Namen :

 

Bei Personen-Namen steht normalerweise fast nie der bestimmte Artikel. Allerdings benutzt man in Süddeutschland (Baden-Württemberg und Bayern) gewöhnlich den bestimmten Artikel beim Vornamen.

 

Ich telefoniere oft mit Dominic.

Ich denke oft an Thomas.

Friedrich Schiller war ein berühmter deutscher Schriftsteller.

 

 

NB :

- In Süddeutschland (Baden-Württemberg und Bayern) benutzt man gewöhnlich den bestimmten Artikel beim Vornamen.

 

Das hat der Thomas nie und nimmer gesagt.

Der Peter hilft dir bestimmt, die Regale aufzubauen.

 

 

 

bcc)

, um den nicht vorhandenen

unbestimmten Plural-Artikel auszudrücken :

 

Im meinem Garten steht ein Apfel-Baum.

Im meinem Garten stehen Apfel-Bäume.

 

In unserer Garage befindet sich ein Auto.

In unserer Garage befinden sich Autos.

 

 

NB :

- Oft wird der nicht vorhandene unbestimmte Plural-Artikel nicht durch den Null-Artikel ausgedrückt, sondern durch „einige“.

 

Im meinem Garten steht ein Apfel-Baum.

Im meinem Garten stehen einige Apfel-Bäume.

 

 

 

bcd)

beim sogenannten gebundenen Gebrauch :

 

Gebundener Gebrauch bedeutet, dass es sich um eine feste, unveränderliche Redewendungen oder um Funktionsverbgefüge mit dem Null-Artikel handelt. Sie stellen immer ein Ganzes dar. Diese festen, unveränderlichen Redewendungen kommen auch mit dem unbestimmten Artikel und dem bestimmten Artikel vor.

Man kann diesen gebundenen Gebrauch vor allem bei Substantiven im Singular erkennen.

 

nach Ablauf

Nach Ablauf einer Frist von 3 Monaten ist kein Widerspruch mehr möglich.

 

vor Anker

Das Schiff ging vor Anker.

 

zu Bett

Alle Gäste gingen nach der feuchtfröhlichen Feier erst um 5:00h zu Bett.

 

an Bord

Die Fahrgäste gingen an Bord.

 

auf Gedeih und Verderben

Er hat ihm auf Gedeih und Verderben vertraut und wurde zutiefst enttäuscht.

 

ohne Gewähr

Diese Angaben sind ohne Gewähr.

 

um Haaresbreite

Er wäre um Haaresbreite im See ertrunken.

 

außer Konkurrenz

Die Mädchen durften außer Konkurrenz bei den Jungen mitspielen, da es kein separates Mädchen-Turnier gab.

 

Abschied feiern

Nach 25-jähriger Betriebszugehörigkeit feierte er am 31.12.16 Abschied.

 

Anwendung finden

Diese Regeln finden in allen relevanten Bereichen Anwendung.

 

in Aussicht stellen

Was hast du ihm in Aussicht gestellt, damit er für dich lügt ?

 

außer Betrieb nehmen

Nach einer Störung musste die Anlage außer Betrieb genommen werden.

 

unter Druck setzen

Der Angeklagte wurde vor dem Prozess von einer unbekannten Person unter Druck gesetzt und verweigerte daraufhin die Aussage.

 

zu Fall bringen

Die Regierung hat dieses sinnlose Gesetz endlich zu Fall gebracht.

 

zu Fuß gehen

Ich gehe häufig zu Fuß, um mich zu bewegen.

 

Pfeife rauchen

Mein Vater raucht oft Pfeife, weil er den Geruch so mag.

 

außer Rand und Band sein

Meine Kleinen sind oft außer Rand und Band.

 

Rechnung tragen

All diesen Umständen muss selbstverständlich Rechnung getragen werden.

 

und viele andere