Kommaregeln der deutschen Rechtschreibung

Kommaregeln – kurz und übersichtlich

Ob und wenn ja wo ein Komma gesetzt werden muss, stellt nicht nur Generationen von Schülern, sondern auch Erwachsenen vor eine schier unlösbare Aufgabe. Besonders nach Einführung der neuen deutschen Rechtschreibung, läuft man noch mehr Gefahr sich im wirren „Kommadickicht“ zu verlaufen.

Die nachfolgende Übersicht ist eine Zusammenstellung der 16 wichtigsten Kommaregeln, die jeweils mit einigen Beispielen kurz und übersichtlich erklärt werden.

 

(1) Ein Komma steht zwischen Aufzählungen, die nicht durch und beziehungsweise oder verbunden sind.

Sie ist eine intelligente, höfliche Schülerin.

Er verwaltet Akten, Dokumente und notarielle Schreiben.

 

(2) Ein Komma wird zwischen zwei Satzelemente gesetzt, die durch eine Konjugation miteinander verbunden sind.

einerseits/andererseits

ob/ob

nicht nur/sondern auch

je (mehr) / desto

 

(3) Ein Komma wird vor kontrastiven Konjugationen gesetzt.

aber, doch, jedoch, sondern, …

Es war ein schönes Wochenende, aber leider etwas verregnet.

 

(4) Ein Komma wird bei Erläuterungen gesetzt, die durch nämlich, wie und zwar eingeleitet werden.

Ich möchte nach Hause, unser Kind ist nämlich sehr müde.

 

(5) Ein Komma trennt den Haupt- vom Nebensatz.

Er hat seine Prüfung nicht bestanden, weil er nicht genug gelernt hatte.

 

(6) Ein Komma wird bei mehrgliedrigen Datums- und Zeitangaben gesetzt.

Er kommt am Montag, den 26.07.2010, um 20h in Leipzig an.

 

(7) Ein Komma wird nach Interjektionen gesetzt.

Achje, mein Rücken tut mir wieder so weh.

 

(8) Ein Komma wird nach einer (förmlichen) Anrede gesetzt.

Sehr geehrter Herr Dr. Müller, ich wende mich an Sie […]

Lieber Christoph, nun erhältst du endlich den lang erwartete Brief […]

 

(9) Ein Komma muss bei der Verwendung einer Partizipialkonstruktion, die in den Satz eingeschoben wurde, gesetzt werden.

Sie verließ, Tränen überströmt und schluchzend vor Verzweiflung, seine Wohnung.

 

(10) Ein Komma trennt verschiedene Hauptsätze voneinander.

Sie ging in die Schule, erledigte ihre Aufgaben, aß zu Mittag und kehrte nach Hause zurück.

 

(11) Ein Komma wird nach betonten Satzteilen gesetzt, die durch ein Adverb oder ein Pronomen eingeleitet werden.

Damals, da war die Welt noch in Ordnung.

Deinen neuen Freund, den kann ich wirklich gut leiden.

 

(12) Ein Komma wird gesetzt, wenn sogenannte  Appositionen (Einschübe) im Satz  vorhanden sind.

Der Professor, ein etwas in die Jahre gekommener Mann, war gestern zu Besuch da.

 

(13) Ein Komma kann, muss aber nicht, den erweiterten Infinitiv mit zu vom Rest des Satzes trennen. (bei um zu, anstatt zu, ohne zu)

Er betrat die Straße und überquerte sie, ohne zu überlegen was hätte passieren können.

 

(14) Ein Komma trennt nachgestellte Adjektive und Attribute vom Subjekt/Objekt.

Meine Mutter, frisch und vital, betrat gutgelaunt den Raum.

 

(15) Ein Komma trennt vergleichende Satzteile, die mit als und wie voneinander getrennt sind.

Seine Leistungen waren besser, als seine Lehrer erwartet haben.

Sie gestaltete ihre Arbeit genau so, wie sie es für richtig hielt.

 

(16) Ein Komma wird gesetzt, um eine erweiterte Infinitiv-Gruppe vom restlichen Satz abzutrennen.

Matthias ging fest davon aus, den Job am Ende doch noch zu bekommen.