Passiv und Aktiv Deutsch - Deutscher Passiv und Aktiv

Passiv und Aktiv (Deutsch)

Aktiv und Passiv im Deutschen

 

Aktiv, die Tätigkeitsform, und Passiv, die Leideform, sind die beiden im Deutschen vorkommenden Handlungsrichtungen bzw. Dianthesen. Sie bilden in der deutschen Grammatik die Kategorie des Verbs, also das Verbgeschlecht oder das Genus Verbi. Zum Genus Verbi gehören im weiteren Sinne ebenfalls andere Konstruktionstypen wie rezessive Reflexiva und Kausativkomplexe.

Info
Das Passiv wird verwendet, um eine bestimmte Handlung zu betonen. Wer allerdings die Handlung ausübt oder dafür verantwortlich ist, ist unwichtig oder unbekannt. So bildet im Passivsatz meist jene Person oder Sache das Subjekt des Satzes, an der die Handlung geschieht.

Beispiele

  • Das Brot wird gebacken.
  • Das Fenster ist geschlossen.
  • Er bekommt es geschenkt.


Passivformen werden mit einem Passivhilfsverb, werden, sein, bekommen, und dem Partizip II eines Vollverbs gebildet. Beispiele hierfür sind, im Infinitiv, gefunden werden, erzählt bekommen, geöffnet sein. Dabei bestimmt das konjugierte Hilfsverbs die Zeitform der Passivkonstruktion und somit ebenfalls den Tempus des Prädikats im Satz.

Das Passiv steht dem unmarkierten Aktiv gegenüber, welches die Nominalform des Verbs darstellt. Das Aktiv wird verwendet, um eine Handlung auszudrücken. Betont wird hierbei die handelnde Person, welche das Subjekt des Satzes bildet. Beispiele wären: Er backt das Brot. Sie schließt das Fenster. Sie schenkt es ihm.

Info

Von Aktivformen eines Satzes zu reden ist eigentlich nur dann sinnvoll, wenn das Verb auch die Möglichkeit bietet, ein Passiv zu bilden. Dies gilt jedoch nur für transitive Verben. Als solche werden in der Syntax Verben bezeichnet, die ein direktes Objekt, d. h. ein Akkusativ-Objekt bei sich haben können. Man verwendet jedoch zumeist auch bei anderen Verben, wie reflexiven und intransitiven, den Ausdruck des Aktivs, um das Verbgeschlecht zu bestimmen. Da das Aktiv nur aus einem konjugierten Vollverb besteht, bestimmt dieses die Zeitform des Satzes.

Aktiv und Passiv sehen in den einzelnen Tempora also wie folgt aus:

 

Tempus

Aktiv

Passiv

Präsens

Ich werfe den Ball.

Der Ball wird geworfen.

Perfekt

Ich habe den Ball geworfen.

Der Ball ist geworfen worden.

Präteritum

Ich warf den Ball.

Der Ball wurde geworfen.

Plusquamperfekt

Ich hatte den Ball geworfen.

Der Ball war geworfen worden.

Futur I

Ich werde den Ball werfen.

Der Ball wird geworfen werden.

Futur II

Ich werde den Ball geworfen haben.

Der Ball wird geworfen worden sein.

 

Wenn ein und derselbe Bedeutungs-/Satzinhalt, der ursprünglich im Aktiv ausformuliert ist, ins Passiv übertragen wird, dann findet ein syntaktischer Funktionswechsel der Referenten statt. Das Subjekt des Aktivsatzes erscheint im Passivsatz optional im Dativ stehend unmittelbar nach der Präposition "von". Das Akkusativobjekt des Aktivsatzes wird im Passivsatz zum Subjekt.Ein im Aktivsatz vorhandenes Dativobjekt bleibt auch im Passivsatz Dativobjekt.

 

 

Tempus

Aktiv

Passiv

Präsens

Ich werfen den Ball zu ihm.

Der Ball wird von mir zu ihm geworfen.

Perfekt

Ich habe den Ball geworfen zu ihm.

Der Ball ist von mir zu ihm geworfen worden.

Präteritum

Ich warf den Ball zu ihm.

Der Ball wurde von mir zu ihm geworfen.

Plusquamperfekt

Ich hatte den Ball geworfen zu ihm.

Der Ball war von mir zu ihm geworfen worden.

Futur I

Ich werden den Ball werfen zu ihm.

Der Ball wird von mir zu ihm geworfen werden.

Futur II

Ich werden den Ball geworfen haben zu ihm.

Der Ball wird von mir zu ihm geworfen worden sein.

 

Andere Satzglieder wie Adverbialbestimmungen bleiben ebenfalls bei dieser Übertragung unverändert. Ich werfe den Ball auf dem Schulhof zu ihm. / Der Ball wird auf dem Schulhof von mir zu ihm geworfen.

Nicht nur konjugierte Verben sind entweder dem Aktiv oder dem Passiv zuzuordnen. Auch in Infinitivsätzen oder in auf ein Modalverb folgenden Infinitiven ist die Diathese eindeutig bestimmt.

Info

Beispiele

Er soll mich abholen. / Ich soll abgeholt werden.

Auch Partizipien, welche nicht Teil des Prädikats sind, sonder attributiv verwendet werden, drücken stets das Geschlecht des Verbs, von dem sie abgeleitet sind, aus. Hierbei repräsentiert das Partizip I oder Partizip Präsens das Aktiv und das Partizip II oder Partizip Perfekt das Passiv.

Info

Beispiele

  • Das beginnende Lied ist schön.
  • Das Lied, das beginnt, ist schön.
  • Das begonnene Lied ist schön.
  • Das Lied, das begonnen wurde, ist schön.