03) DAS SUBSTANTIV

 

 

Ein deutsches Substantiv, auch Hauptwort genannt, ist entweder maskulin („der (Sg.) / die (Pl.)“ - „ein (Sg.) / xxx* (Pl.)“), feminin („die (Sg.) / die (Pl.)“ - „eine (Sg.) / xxx* (Pl.)“) oder neutrum („das (Sg.) / die (Pl.)“ - „ein (Sg.) / xxx* (Pl.)“).

 

Das Deutsche ist eine der wenigen Sprachen, in der es ein Neutrum gibt.

Bei den germanischen Sprachen, zu denen auch das Deutsche gehört, trifft dies z.B. auf das Niederländische und das Isländische zu – auf das Englische allerdings nicht.

Bei den romanischen Sprachen trifft dies nur auf das Lateinische und Rumänische zu.

 

Ein Substantiv kommt in der Regel im Singular und Plural vor; allerdings gibt es welche, die keinen Plural („singularia tantum – Singular-Wörter“) haben oder welche, die nur im Plural („pluralia tantum – Plural-Wörter) vorkommen.

Substantive sind im Deutschen durch ein festes grammatisches Genus (maskulin / feminin / neutrum), nach dem Numerus (Singular / Plural) und dem Kasus (Nominativ / Genitiv / Dativ / Akkusativ) bestimmt.

Ein Substantiv kann im Satz verschiedene Funktionen übernehmen; es kann u.a. als Subjekt, direktes oder indirektes Objekt, Prädikatsnomen oder als Apposition usw. auftreten.

Ein sogenanntes natürliches Genus, d.h., dass z.B. männliche oder weibliche Substantive wirklich maskulines oder feminines Genus haben, trifft im Deutschen nicht immer zu. Es heißt z.B. „das Mädchen“, obwohl ein Mädchen eindeutig weiblich ist. Das entsprechend anzuwendende Possessiv-Adjektiv, hier im Neutrum Sg., ist in diesem Fall immer „sein“ und nicht „ihr“. Dies ist in den gängigen germanischen und romanischen Sprachen anders.

 

Also nur : Das Mädchen hat seinen Schlüssel verloren.

 

Das Mädchen hat ihren Schlüssel verloren.“ ist nicht grammatikalisiert, also falsch.

Es gibt im Deutschen 4 Fälle, die im Singular und Plural auftreten :

 

Nominativ (1. Fall)

Der Junge ist zu Hause.

Die Jungen sind zu Hause.

 

Genitiv (2. Fall)

Die Lust des Schülers war gering.

Die Lust der Schüler war gering.

 

Dativ (3. Fall)

Ich antworte dem Lehrer.

Ich antworte den Lehrern.

 

Akkusativ (4. Fall)

Ich sehe das Haus.

Ich sehe die Häuser.

 

 

NB :

* Der unbestimmte Artikel hat in allen Genera keinen Plural.

 

 

Die Deklination der Substantive wird im Deutschen wie im Lateinischen und Rumänischen durch Kasus-Endungen ausgedrückt, die sich in manchen Fällen gleichen.

 

Die Funktion(en) der Kasus und die Deklinationen werden später in diesem Kapitel behandelt.

 

 

 

 

DAS GENUS EINES SUBSTANTIVS :

 

Das grammatische Geschlecht (Genus) geht mit dem Substantiv untrennbar einher. Oft kann man es an der Endung erkennen oder an Ergänzungen wie Adjektiven oder Artikeln, die dann dekliniert auftauchen.

 

Welches Genus ein Substantiv im Deutschen hat, ist leider nicht immer wirklich erkennbar, sondern muss gelernt werden.

 

Bei „Löffel“, „Gabel“ und „Messer“ ist z.B. nicht sofort festzulegen, welches dieser Substantive nun ein maskulines, feminines oder neutrales Genus hat. Dass es „der Löffel“, „die Gabel“ und „das Messer“ heißt, muss man lernen und ist auch nicht aus irgendwelchen Regeln erkennbar.

 

Es gibt allerdings Substantive, bei denen auf Grund der Endung das Genus meist direkt bestimmt werden kann. Die Endungen „-ei“, „-heit“, „-keit“, „-schaft“ und „-ung“ sind z.B. neben anderen Endungen immer feminin. Die Endungen „-chen“ und „-lein“, die sogenannte Diminutive (Verkleinerungs- bzw. Verniedlichungs-formen) ausdrücken, sind z.B. immer neutrum, unabhängig davon, ob sie, wie im Fall von „das Mädchen“ und „das Jüngchen“, eine eindeutig feminine bzw. maskuline Person bezeichnen. Diese Regel gilt auch für Person-Namen, wenn sie diminutiv gebraucht werden, wie z.B. „das liebe Peterchen / das liebe Lottchen“.

 

Nachstehend werden die wichtigsten Regeln für die Genus-Bestimmung genannt.

Allerdings können nicht alle Regeln genannt werden, sondern nur die wichtigsten.

Diese nachfolgenden Regeln und Listen werden dir helfen, das Genus eines Substantivs im Deutschen richtig zu bestimmen

 

 

 

 

MASKULIN sind in der Regel folgende Substantiv-Gruppen :

 

 

A) Die Namen der Wochentage, Monate und Jahreszeiten

(immer maskulin)

 

der Montag

der Dienstag

der Mittwoch

der Donnerstag

der Freitag

der Samstag

der Sonntag

 

der Januar

der Februar

der März

der April

der Mai

der Juni

der Juli

der August

der September

der Oktober

der November

der Dezember

 

der Frühling

der Sommer

der Herbst

der Winter

 

 

 

B) Die Himmelsrichtungen (immer maskulin)

 

der Westen

der Norden

der Osten

der Süden

 

 

 

C)

Die Namen von Gebirgen, Bergen und ausländischen Flüssen

 

der Harz

der Himalaya

der Spessart

der Taunus

 

der Großglockner

der Mont Blanc

der Mount Everest

der Watzmann

 

der Amazonas

der Kongo

der Mississippi

der Nil

 

und viele andere

 

 

Ausnahmen :

 

die Eifel

die Rhön

die Sierra Nevada

 

das Matterhorn

die Zugspitze

 

die Lena

die Seine

die Themse

die Wolga

 

und einige andere

 

 

NB :

- Es heißt wahrscheinlich „die Sierra Nevada“, weil das Wort „sierra“ im Spanischen auch feminin ist. „Sierra Nevada“ heißt übrigens „verschneite Säge“.

- Es heißt „das Matterhorn“ bzw. „die Zugspitze“, weil es zusammengesetzte Substantive sind und bei diesen entscheidet immer das 2. Teil über das Genus und es heißt „das Horn“ bzw. „die Spitze“.

- Feminin sind die ausländischen Flüsse, die auf „-e“ oder „-a“ enden.

 

 

 

D) Die Namen von Auto-Marken

 

der BMW

der Fiat

der Mercedes

der Porsche

der VW

 

und viele andere

 

 

NB :

Ist mit „BMW“ die Motorrad-Marke gemeint, ist „BMW“ feminin.

 

 

 

E) Die Namen von Spirituosen

 

der Gin

der Rum

der Schnaps

der Whisky

der Wodka

 

und viele andere

 

 

 

 

Darüber hinaus sind folgende Endungen meist maskulin :

 

 

A) Substantive, die auf „-ant“ enden (immer maskulin)

 

der Foliant

der Konsonant

der Praktikant

der Sekundant

 

und andere

 

 

 

B) Substantive, die auf „-asmus“ enden

(meist Fremdwörter – immer maskulin)

 

der Sarkasmus

 

und andere

 

 

 

C) Substantive, die auf -ich enden

 

der Bottich

der Estrich

der Kranich

der Rettich

der Stich

der Strich

der Teppich

 

und andere

 

 

 

D) Substantive, die auf -ig enden

 

der Essig

der Honig

der Käfig

der König

 

und andere

 

 

Ausnahme :

 

das Reisig

 

 

 

E) Substantive, die auf „-ismus“ enden

(meist Fremdwörter – immer maskulin)

 

der Anachronismus

der Egoismus

der Nationalismus

der Organismus

der Realismus

 

und andere

 

 

 

F) Substantive, die auf „-ling“ enden

 

der Lehrling

der Neuling

der Schmetterling

der Sonderling

 

und andere

 

 

Ausnahme :

 

die Reling

 

 

 

G) Substantive, die auf „-or“ enden

 

der Horror

der Katalysator

der Monitor

der Motor

der Rotor

der Terror

 

und andere

 

 

 

 

FEMININ sind in der Regel folgende Substantiv-Gruppen :

 

 

A) Die Namen von Bäumen und Blumen, die auf -e enden

 

die Erle

die Nelke

die Rose

die Tanne

 

und andere

 

 

 

B) Die Namen von Schiffen und Flugzeugen

 

die Boeing 747

die „Europa“

die „Titanic“

 

und andere

 

 

 

C) Die Namen von Motorrad-Marken

 

die BMW

die Ducati

die KTM

die Vespa

die Zündap

 

und andere

 

 

NB :

Ist mit „BMW“ die Auto-Marke gemeint, ist „BMW“ maskulin.

 

 

 

D)

Die Namen von Ländern und Regionen,

die auf -ei, -ie oder auf „-e“ enden

 

die Mongolei

die Normandie

die Türkei

die Ukraine

die Walachei

 

und viele andere

 

 

 

E) Die Namen von Flüssen im deutschen Sprachraum

 

die Donau

die Elbe

die Spree

die Weser

 

und viele andere

 

 

Ausnahmen :

 

der Inn

der Main

der Neckar

der Rhein

 

und einige andere

 

 

 

 

Darüber hinaus sind folgende Endungen meist feminin :

 

 

A) Substantive, die auf „-a“ enden (meist Fremdwörter)

 

die Aula

die Firma

die Kamera

die Pizza

 

und andere

 

 

NB :

Die Substantive auf „-ma“ sind neutrum. „die Firma“ ist eine Ausnahme.

 

 

 

B) Substantive, die auf „-ade“ enden (immer feminin)

 

die Ballade

die Limonade

die Maskerade

die Olympiade

die Schokolade

 

und viele andere

 

 

 

C) Substantive, die auf „-age“ enden

 

die Blamage

die Etage

die Garage

die Rage

 

und viele andere

 

 

Ausnahme :

 

der Page

 

 

 

D) Substantive, die auf „-ance“ enden

(Fremdwörter – immer feminin)

 

die Contenance

die Renaissance

 

und einige andere

 

 

 

E) Substantive, die auf „-äne“ enden

(Fremdwörter – immer feminin)

 

die Fontäne

die Quarantäne

 

und einige andere

 

 

 

F) Substantive, die auf „-anz“ enden

 

die Arroganz

die Bilanz

die Distanz

die Eleganz

die Konstanz

 

und viele andere

 

 

Ausnahme :

 

der Tanz

 

 

 

G) Substantive, die auf „-ei“ enden (immer feminin)

 

die Abtei

die Bäckerei

die Bücherei

die Lederei

die Metzgerei

die Mongolei

die Polterei

die Türkei

 

und viele andere

 

 

NB :

Das Substantiv „das Ei“ ist keine Ausnahme, da dieses „-ei“ keine Endung darstellt, sondern das Wort an sich.

 

 

 

H) Substantive, die auf -elle“ enden (immer feminin)

 

die Forelle

die Frikadelle

die Welle

die Zitadelle

 

und viele andere

 

 

 

I) Substantive, die auf „-enz“ enden

(meist Fremdwörter – immer feminin)

 

die Audienz

die Existenz

die Frequenz

 

und viele andere

J) Substantive, die auf „-ette“ enden (immer feminin)

 

die Pinzette

die Tablette

die Toilette

 

und viele andere

 

 

 

K) Substantive, die auf „-heit“ enden (immer feminin)

 

die Einheit

die Gleichheit

die Kindheit

die Krankheit

die Sicherheit

 

und viele andere

 

 

 

L) Substantive, die auf langem, betontem „-ie“ enden

 

die Geografie

die Idiotie

die Kalorie

die Kopie

die Magie

 

und viele andere

 

 

Ausnahmen :

 

das Genie

der Sellerie

 

 

 

M) Substantive, die auf kurzem, unbetontem „-ie“ enden

 

die Folie

die Kastanie

die Materie

die Orgie

die Pinie

 

und andere

 

 

 

N) Substantive, die auf „-in“ enden

 

die Anwältin

die Botin

die Freundin

die Löwin

 

und viele andere

 

 

NB :

Es handelt sich bei den Substantiven auf -in hauptsächlich um weibliche Personen, bei denen das Suffix -in an die männliche Person angehängt wird. Die Ausnahmen betreffen diesen Komplex nicht.

 

 

Ausnahmen :

 

das Koffein (Koffe·in)

der Stein

das Tein (Te·in)

der Wein

 

und andere

 

 

 

O) Substantive, die auf „-ik“ enden (immer feminin)

 

die Ethik

die Mathematik

die Musik

die Panik

die Physik

die Politik

die Voltaik (Volta·ik)

 

und andere

 

 

 

P) Substantive, die auf „-ine“ enden (immer feminin)

 

die Kabine

die Lawine

die Margarine

die Maschine

 

und andere

 

 

 

Q) Substantive, die auf „-ion“ enden

 

die Deklination

die Explosion

die Flexion

die Konjugation

die Vision

 

und andere

 

 

Ausnahme :

 

der / das Lampion

 

 

 

R) Substantive, die auf „-is“ enden

 

die Basis

die Erlaubnis

die Finsternis

die Physis

die Praxis

 

und andere

 

 

Ausnahmen :

 

das Bekenntnis

das Bündnis

das Ereignis

das Erlebnis

der Firnis

das Geheimnis

 

 

NB :

Die Substantive auf „-nis“ sind entweder maskulin oder neutrum. Viele Grammatiken unterscheiden nochmal die Endungen „-is“ und „-nis“.

 

 

 

S) Substantive, die auf „-isse“ enden (immer feminin)

 

die Hornisse

die Kulisse

die Narzisse

 

und andere

 

 

 

T) Substantive, die auf „-ive“ enden (immer feminin)

 

die Alternative

die Initiative

die Perspektive

 

und andere

 

 

 

U) Substantive, die auf „-keit“ enden (immer feminin)

 

die Heiterkeit

die Höflichkeit

die Sauberkeit

die Sichtbarkeit

die Traurigkeit

 

und andere

 

 

 

V) Substantive, die auf „-ness“ enden (immer feminin)

 

die Cleverness

die Coolness

die Fitness

 

und wenige andere

 

 

 

W) Substantive, die auf „-schaft“ enden (immer feminin)

 

die Freundschaft

die Gesellschaft

die Kundschaft

die Mannschaft

 

und viele andere

 

 

 

X) Substantive, die auf „-tät“ enden

(Fremdwörter - immer feminin)

 

die Bonität

die Realität

die Spezialität

die Universität

 

und viele andere

 

 

NB :

Die deutsche Endung „-tät“ entspricht dem französischen „-té“, dem spanischen „-dad“, dem portugiesischen „-dade“, dem italienischen „-tà“ und dem rumänischen „-tateaund dem lateinischen „-tas (Nom.) / -tatis (Gen.)“. Diese Endung ist in allen romanischen Sprache feminin.

Im Englischen entspricht sie der Endung „-ty“, mit dem Unterschied, dass das Englisch keine Genera hat außer beim natürlichen Genus.

 

 

 

Y) Substantive, die auf „-ung“ enden (immer feminin)

 

die Achtung

die Bildung

die Erfahrung

die Lösung

die Stellung

die Zeitung

 

und viele andere

 

 

 

 

Z) Substantive, die auf -üre enden

 

die Broschüre

die Bordüre

die Maniküre

die Pediküre

die Türe

 

und andere

 

 

NB :

Es kann auch nur „die Tür“ heißen.

 

 

 

 

NEUTRUM sind in der Regel folgende Substantiv-Gruppen :

 

 

A) Die Namen von Farben

 

das Blau

das Grün

das Rot

das Schwarz

 

und andere

 

 

 

B)

Die Namen von chemischen Elementen und Medikamenten

 

das Aspirin

das Eisen

das Gold

das Kupfer

das Methadon

das Silber

 

und andere

 

 

 

C)

Die Namen von Ländern und Städten,

die durch ein Adjektiv ergänzt werden und die im

normalen Gebrauch mit dem Null-Artikel stehen

 

das teure Berlin von heute

das schöne Frankreich

das sehenswerte Hamburg

 

und andere

 

 

 

D) Die Namen der Buchstaben

 

das A

das ABC

das C

das tiefe C

das F

das Q

das T

das Y

 

und andere

 

 

 

D) Die Namen von Hotels und Cafés

 

das Hilton

das „Intermezzo“

das Ritz

das Steigenberger

 

und viele andere

 

 

 

E) Die Kollektiv-Begriffe mit Ge-

 

das Geschrei

das Getier

das Gewässer

das Gevieh

das Gezeter

 

und andere

 

 

 

F) Substantivierte Adjektive

 

das Beste

das Schlimmste

das Traurige

das Unfassbare

das Zeitlose

 

und viele andere

 

 

 

G) Substantivierte Verben

 

das Aufstehen

das Beten

das Essen

das Trinken

das Zögern

 

und viele andere

 

 

 

 

Darüber hinaus sind folgende Endungen meist neutrum :

 

 

 

A) Substantive, die auf -chen enden

(Diminutive sind immer neutrum)

 

das Brüderchen

das Mädchen

das Schwesterchen

das Städtchen

das Tantchen

das Tischchen

 

und viele andere

 

 

NB :

der Drachen“, „der Knochen und der Rachen sind z.B. maskulin, sind jedoch keine Diminutive.

 

 

 

B) Substantive, die auf „-ett“ enden (immer neutrum)

 

das Bankett

das Parkett

das Tablett

 

und viele andere

 

 

 

C) Substantive, die auf langem, betontem „-in“ enden

 

das Benzin

das Insulin

das Nikotin

 

und andere

 

 

 

D) Substantive, die auf „-ing“ enden (meist Fremdwörter)

 

das Ding

das Doping

das Dressing

das Meeting

das Training

 

und andere

 

 

Ausnahmen :

 

der Pudding

der Ring

 

 

NB

Die Substantive auf „-ling“ sind maskulin oder feminin.

Sieh auch die Seiten 9 + 10, Punkt F) !

 

 

 

E) Substantive, die auf „-lein“ enden (immer neutrum)

 

das Büchlein

das Kindlein

das Schifflein

 

und viele andere

 

 

NB :

Die Endung -lein“ sind immer Diminutive. Sieh auch Seite 26, Punkt A) !

 

 

 

F) Substantive, die auf „-ma“ enden (meist Fremdwörter)

 

das Dogma

das Klima

das Komma

das Thema

 

und viele andere

 

 

Ausnahme :

 

die Firma

 

 

 

G) Substantive, die auf „-ment“ enden (meist Fremdwörter)

 

das Abonnement

das Appartement*

das Argument

das Dokument

das Experiment

 

und viele andere

 

 

NB :

In der Umgangssprache wird das „das Abonnement“ oft zu „das Abo“ verkürzt.

* Die Schreibweise „das Apartment“ ist auch möglich.

 

 

 

H) Substantive, die auf „-o“ enden

 

das Büro

das Foto

das Logo

das Motto

 

und viele andere

 

 

Ausnahmen :

 

die Combo

der Dynamo

 

 

 

I) Substantive, die auf „-um enden

 

das Album

das Datum

das Maximum

das Wachstum

 

und viele andere

 

 

Ausnahmen :

 

der Irrtum

der Reichtum

der Rum

 

 

NB :

Die Substantive auf „-tum“ sind entweder maskulin oder neutrum. Viele Grammatiken unterscheiden nochmal die Endungen „-um“ und „-tum“.

Doppeltes Genus ohne Bedeutungsunterschied

 

Es gibt Substantive, die ohne Bedeutungsunterschied 2 Genera haben können. Es handelt sich bis auf ganz wenige Ausnahmen immer um die Kombination maskulin / neutrum.

Oft sind regionale Gründe (Nord – Süd) dafür verantwortlich. Es gibt bisweilen auch Wörter, die im Norden bzw. Süden und umgekehrt unbekannt sind.

 

der / das Bonbon

der / das Curry

der / das Dschungel

die / das E-Mail

der / das Filter

der / das Gummi

der / das Joghurt

der / das Keks

der / das Lampion

der / das Laptop

der / das Poster

der / das Virus

der / das Zubehör

 

und einige andere

 

 

NB :

- In Süd-Deutschland sagt man eher „das E-Mail“ statt „die E-Mail.

- Mit „der Poster“ kann auch die Person gemeint sein, die in sozialen Netz-Werken Nachrichten verschickt – abgeleitet vom Verb „posten“.

 

 

 

 

Doppeltes oder dreifaches Genus mit Bedeutungsunterschied

 

Es gibt Substantive, die mit Bedeutungsunterschied 2 oder sogar 3 Genera haben können. Die Anzahl ist allerdings nicht sehr hoch.

 

BAND

der Band = ein Buch einer gesamten Reihe

die Band = die Musik-Gruppe

das Band = die Schnur / die enge Beziehung

 

GEFALLEN

der Gefallen = die Bitte

das Gefallen = das Vergnügen

 

GEHALT

der Gehalt = der Inhalt

das Gehalt = das verdiente Geld

 

KUNDE

der Kunde = der Käufer

die Kunde = die Nachricht

 

LEITER

der Leiter = der Chef / der Anführer

die Leiter = die Trittleiter

 

STEUER

die Steuer = die Staatseinnahme

das Steuer = das Lenkrad

 

VERDIENST

der Verdienst = das verdiente Geld

das Verdienst = die Leistung

 

und einige andere

 

 

 

 

Das Genus der zusammengesetzten Substantive

 

Bei den zusammengesetzten Substantiven ist die Genus-Regel sehr einfach.

 

Es richtet sich IMMER nach dem 2. Teil des zusammengesetzten Substantivs.

 

Es müssen nicht zwangsläufig 2 Substantive miteinander verbunden werden. Der 1. Teil des zusammengesetzten Substantivs kann auch ein Adjektiv, Adverb oder eine Präposition sein. Es gibt keine Ausnahmen zu dieser Regel.

 

Genus des zusammen-gesetztes Substantivs

Genus des 1. Teils des

zusammengesetzten Substantivs

die Abschlussprüfung

das Brautkleid

der Cäsiumgehalt

der Drogenabhängige

die Einwohnerzahl

die Fahrradklingel

die Geldkarte

der Hausbewohner

die Ingwermischung

die Kinderfrau

der Lockenwickler

das Maschinenteil

das Nagelstudio

der Ponyhof

der Racheengel

die Stromrechnung

die Teetasse

das Übernahmegerücht

die Vereinssatzung

das Wandregal

die Zugangsvoraussetzung

der Abschluss

die Braut

das Cäsium

die Droge

der Einwohner

das Fahrrad

das Geld

das Haus

der Ingwer

das Kind

die Locke

die Maschine

der Nagel

das Pony

die Rache

der Strom

der Tee

die Übernahme

der Verein

die Wand

der Zugang

 

und viele andere

DIE PLURAL-BILDUNG DER SUBSTANTIVE :

 

Grundsätzlich muss ein Substantiv zählbar sein, um es in den Plural setzen zu können. Es gibt auch nicht-zählbare Substantive, die zwar einen Plural haben, aber dann mit einer anderen Bedeutung. Es stellt dann nicht die Plural-Form des nicht-zählbaren Substantivs dar, z.B. „das Geld“ hat keinen Plural, aber die Plural-Form „die Gelder“ hat die Bedeutung von „die Mittel“.

Die Plural-Bildung im Deutschen ist nicht so ganz einfach, da es sehr viel Möglichkeiten gibt, diese zu bilden. Und vor allem ist sie sehr ungleichmäßig, so dass man keine verlässlichen Regeln dafür aufstellen kann.

Es gibt Substantive, die nur im Singular vorkommen und keinen Plural haben („singularia tantum – Singular-Wörter“) oder welche, die nur im Plural („pluralia tantum – Plural-Wörter“) vorkommen.

 

 

 

 

Singularia tantum und Pluralia tantum

 

a) Singularia tantum

 

Von folgenden Substantiven gibt es nur eine Singular-Form, aber keinen Plural.

 

Singularia tantumim Deutschen

 

das Fleisch

die Hitze

die Jugend

die Kälte

das Laub

das Obst

der Regen

die Ruhe

der Schnee

die Wärme

 

und viele andere

 

 

 

b) Pluralaria tantum

 

Von folgenden Substantiven gibt es nur eine Plural-Form, aber keinen Singular in der gleichen Bedeutung.

Wenn es einen Singular gibt, hat er eine andere Bedeutung als der Plural.

 

Pluralia tantumim Deutschen

 

die Alimente

die Daten

die Diäten* (= Spesen)

die Effekten

die Eltern

die Ferien

die Finanzen

die Geschwister

die Kosten* (= Ausgaben)

die Leute

die Manieren

die Memoiren

die Miese (= Schulden)

Ostern**

die Papiere (= Dokumente)

Pfingsten**

die Spaghetti

die Spesen

Weihnachten**

die Zicken* (= Dummheiten)

 

und viele andere

 

 

NB :

* Die jeweiligen Singular-Wörter „die Diät“, „die Kost“ und „die Zicke“ haben andere Bedeutungen.

 

die Diät (= Programm zur Gewichtsabnahme)

die Kost (= Essen)

die Zicke (= Person, die Zicken macht)

 

** Ostern“, Pfingsten und Weihnachten sind ursprünglich „Pluralia tantum“, werden aber oft im Singular Neutrum gebraucht. Vor allem in Süd-Deutschland werden die Plural-Formen bevorzugt.

 

 

 

 

Die Plural-Bildung im einzelnen :

 

Wie schon vorher erwähnt, ist die Plural-Bildung im Deutschen sehr schwierig, weil es a) sehr viele Möglichkeiten zur Bildung gibt und weil sie b) sehr ungleichmäßig ist und deswegen kaum Regeln dafür auszumachen sind.

Zumindest gibt eine kleine Hinweise darauf, wie eine Plural-Form lauten könnte. Die Plural-Form hängt auch oft vom Genus des jeweiligen Substantivs ab.

 

Grob gesagt, gibt es meiner Meinung nach 8 verschiedene Möglichkeiten, den Plural zu bilden.

Viele Grammatiken und Grammatiker mögen andere Meinungen vertreten. Dies ist nur ein Vorschlag meinerseits, dem nicht jeder folgen muss.

 

Es gibt die Plural-Endungen „-e“ mit und ohne Umlaut, die „“ / „“ / „“ lauten, „-er“ mit und ohne Umlaut, „-(e)n“, „-s“, ohne Änderung und mit Umlaut ohne Endung, also insgesamt deren 8.

 

Plural mit

Singular

Plural

Erklärung der

Plural-Bildung

 

-e

der Fisch

die Fische

mit Endung „-e

Umlaut + „-e

der Stuhl

die Stühle

mit Umlaut + Endung „-e

-er

das Feld

die Felder

mit Endung „-er

Umlaut + „-er

das Tuch

die Tücher

mit Umlaut + Endung „-er

(e)n

die Adresse

die Gabel

die Rechnung

die Adressen

die Gabeln

die Rechnungen

mit Endung „-n

 

mit Endung „-en

-s

das Handy

die Handys

mit Endung „-s

Ǿ (unverändert)

der Trichter

die Trichter

unverändert

Umlaut +

Ǿ (unverändert)

der Garten

die Gärten

mit Umlaut + unverändert

 

 

 

 

Beispiele für die einzelnen Plural-Möglichkeiten :

 

 

Plural mit

Singular

Plural

 

-e

das Blech

der Freund

der Tisch

die Bleche

die Freunde

die Tische

Umlaut + „-e

die Bank

der Bruch

die Hand

der Schrank

die Bänke

die Brüche

die Hände

die Schränke

-er

das Bild

das Kind

das Licht

die Bilder

die Kinder

die Lichter

Umlaut + „-er

das Buch

das Haus

der Wald

die Bücher

die Häuser

die Wälder

(e)n

die Adresse

der Hase

die Klasse

die Feier

die Gabel

die Zwiebel

die Rechnung

die Sicherheit

die Ungerechtigkeit

die Adressen

die Hasen

die Klassen

die Feiern

die Gabeln

die Zwiebeln

die Rechnungen

die Sicherheiten

die Ungerechtigkeiten

-s

das Handy

die Kamera

der Portier

die Handys

die Kameras

die Portiers

Ǿ (unverändert)

das Laken

der Lehrer

der Schlüssel

der Trichter

die Laken

die Lehrer

die Schlüssel

die Trichter

Umlaut +

Ǿ (unverändert)

der Garten

der Nagel

die Gärten

die Nägel

 

 

NB :

- Die Plural-Endung „-e“ kommt bei allen 3 Genera vor.

- Die Plural-Endung Umlaut + „-e“ kommt bei Neutra nicht vor.

- Die Plural-Endungen „-er“ und „Umlaut + -er“ sind immer maskulin oder neutrum. Der Umlaut im Plural steht immer außer bei „e“ und „i“.

- Die Plural-Endung „-s“ kommt bei allen 3 Genera vor. Sehr viele dieser Substantive sind Fremdwörter.

- Bei der Plural-Endung „-(e)n“ gibt es 3 Fälle zu unterscheiden.

a) Substantive im Singular auf „-e“, im Plural auf „-n“.

Diese Substantive sind entweder maskulin oder feminin; Neutra gibt es in dieser Gruppe nicht.

b) Substantive im Singular auf „-er“ oder „-el“, im Plural auf „-n“.

Diese Substantive sind fast immer feminin – die maskulinen Substantive auf „-er“ oder „-el“ bleiben im Plural unverändert außer bei „der Stachel – die Stacheln“ und „der Vetter – die Vettern“.

c) Substantive im Singular auf Konsonant, im Plural auf „-en“.

Diese Substantive sind immer feminin; sie enden meist auf „-heit“, „-keit“, „-schaft“ und „-ung“.

- Die Plural-Endung „-s“ kommt bei allen 3 Genera vor und betrifft hauptsächlich Fremdwörter.

- Die Plural-Endung „Ǿ (unverändert)“, die streng genommen gar keine ist, da im Singular und Plural die gleiche Form besteht, also im Plural nichts angehängt wird, ist fast immer maskulin – es gibt in der Gruppe zudem einige Neutra. Es betrifft Substantive, die im Singular auf „-er“ oder „-el“ enden, wobei die Wörter „der Stachel“ und „der Vetter“ sich nach dem femininen Muster mit der Plural-Endung „-n“ richten.

 

der Fehler – die Fehler

die Feier – die Feiern

der Engel – die Engel

die Gabel – die Gabeln

das Mittel – die Mittel

die Fabel – die Fabeln

 

- Die Plural-Endung „Umlaut + Ǿ (unverändert)“, die streng genommen gar keine ist, da im Singular und Plural bis auf den Umlaut die gleiche Form besteht, kommt nur ganz selten vor.

ZUSATZ :

 

Nachfolgend eine Liste von Substantiv-Endungen im Singular und die jeweilige Plural-Endung. Das Genus spielt hier keine Rolle.

 

Endung

im Singular

Singular-Form

Plural-Form

Endung

im Plural

 

-chen

das Mädchen

die Mädchen

-chen

-ei

die Metzgerei

die Metzgereien

-eien

-heit

die Hochzeit

die Hochzeiten

-heiten

-ich

der Teppich

die Teppich

-iche

-ig

der Honig

die Honige

-ige

-in

die Erbin

die Erbinnen

-innen

-keit

die Heimlichkeit

die Heimlichkeiten

-keiten

-lein

das Kindlein

die Kindlein

-lein

-ling

der Sonderling

die Sonderlinge

-linge

-nis

das Ergebnis

die Ergebnisse

-nisse

-s

der Schnaps

die Schnäpse

-se

-schaft

die Erbschaft

die Erbschaften

-schaften

-tum

der Reichtum

die Reichtümer

-tümer

-ung

die Erwartung

die Erwartungen

-ungen

 

und einige andere

 

 

 

 

Substantive mit 2 Plural-Formen

mit unterschiedlicher Bedeutung

 

Singular-Form

Plural-Form I

Plural-Form II

 

die Bank

die Bänke

(= Sitzgelegenheiten)

die Banken

(= Geldinstitute)

der Block

die Blöcke

(= Fels- / Eisblöcke)

die Blocks

(= Wohnblocks)

der Druck

die Drucke

(= gedruckte Werke)

die Drücke

(= z.B. Blutdrücke)

die Mutter

die Mütter

(= Elternteil)

die Muttern

(= Schraubenteile)

das Wort

 

die Wörter

(= Einzelwörter)

die Worte

(= Äußerungen)

 

und einige andere

 

 

 

 

DIE DEKLINATION DER SUBSTANTIVE

UND DIE FUNKTIONEN DER KASUS

 

 

Die verschiedenen Deklinationen* der Substantive der deutschen Sprache ist für einen Deutsch lernenden Ausländer der absolute Horror – und teilweise auch für den deutschen Muttersprachler -, denn, ähnlich wie im Lateinischen, werden die Kasus (Sg. : der Kasus)** durch Endungen, sogenannte Suffixe, gebildet. Im Deutschen werden nicht nur Substantive dekliniert, sondern auch Adjektive, Pronomina, Zahlwörter und die verschiedenen Artikel. Jeder, der Latein lernt oder gelernt hat, kann ein Lied davon singen.

Kenntnisse der lateinischen Sprache, vor allem der Kasus-Lehre, helfen einem enorm beim Erlernen einer Sprache, vor allem einer romanischen. Es ist mühsam, aber es lohnt sich wirklich !

 

Was sind Deklinationen und was sind Kasus ?

 

Die Bedeutung von Substantiven wird durch festgelegte Endungen bestimmt. Diese Endungen setzen die Substantive und andere Wortarten in einzelne Fälle, die sogenannten Kasus.

 

Deklination“ ist ein Unterbegriff des Oberbegriffes „Flexion“.

Der andere Unterbegriff ist „Konjugation“.

Substantive, Pronomina, Zahlwörter und Artikel werden dekliniert.

Verben werden konjugiert.

 

Es gibt in der Grammatik 2 verschiedene Arten von Kasus.

Als „Casūs Obliquischiefe Fälle“ werden im Deutschen

die 3 Objekt-Fälle Akkusativ, Dativ und Genitiv bezeichnet,

da sie dekliniert und dadurch verändert werden.*

 

Der Nominativ heißt entsprechend „Casus Rectusgerader Fall“, da er nicht dekliniert und dadurch nicht verändert wird.

 

* Einige Kasus bleiben bei manchen Deklinationen trotz allem unverändert. Trotzdem ist die Aussage richtig – man bezeichnet sie dann als endungslose Kasus.

 

Wie viele Arten von Deklinationen gibt es ?

 

Man unterscheidet 3 verschiedene Arten von Deklinationen :

 

a) die starke Deklination

b) die schwache Deklination

c) die gemischte Deklination

 

 

zu a) die starke Deklination

a) Maskuline und neutrale Substantive dieser Gruppe bilden den Genitiv Singular mit „-es“ oder „-s“, wie z.B. „der Fuß – des Fußes“ oder „das Papier – des Papiers“. Bei den Endungen „-s“, „-sch“, „-ss“, „“, „-tz“, „-x“ und „-z“ ist nur die Genitiv-Endung „-es“ möglich. Die anderen Kasus sind endungslos.

 

Der Nominativ Plural wird

 

mit „-e“, teilweise mit Umlaut („der Raum – die Räume“),

mit „-er“, teilweise mit Umlaut („das Glas – die Gläser“) oder

mit „-s“ („das Tabu – die Tabus“)

 

gebildet.

 

Im Dativ Plural haben die auf „-e“ und „-er“ alle „-en“ oder „-n“, wie z.B. „der Hund – den Hunden“ oder „das Kind – den Kindern“.

 

Viele Substantive bleiben im Nominativ Singular und Plural formengleich oder mit Umlaut, wie z.B. „der Lehrer – die Lehrer“.

 

Im Dativ Plural haben sie aber alle „-n“, wie z.B. „der Schlepper – den Schleppern“.

 

 

b) Bei den femininen Substantiven ist der Singular immer endungslos in allen Kasus.

 

 

Der Nominativ Plural wird

 

mit „-e“, immer mit Umlaut („die Kraft – die Kräfte“) oder

mit „-s“ („die Mutti – die Muttis“)

 

gebildet.

 

Im Dativ Plural haben nur die mit Plural „-e“ ein „-n“, wie z.B. „die Luft – den Lüften“ oder „die Nuss – den Nüssen“.

 

c) Eine Ausnahme bildet die Deklination der Vornamen, die man auch starke Eigennamen-Deklination nennt. Diese kommt natürlich nur im Singular vor und hat keinen Artikel, im Genitiv aber ein „-s“ („Anna“ – „Annas / „Dirc“ - „Dircs“). Bei Eigennamen, die auf „-s“, „-ss“, „-tz“, „-x“ oder „-z“ enden, wird im Schriftbild des Genitivs ein „'“ gesetzt („Max“ - „Max' / „Thomas“ - „Thomas'“). Bei beiden Varianten wird der Genitiv vor das Substantiv gesetzt, wobei der Genitiv sonst hinter seinem Bezugswort steht.

Es darf unter keinen Umständen im Genitiv ein „'s“ gesetzt werden. Ebenso ist die Konstruktion mit „von + Eigen-Name“ zu vermeiden. Obwohl beide Varianten umgangssprachlich sehr wohl vorkommen, sind sie nicht grammatikalisiert, also falsch.

 

Richtig : Das ist Dircs Buch.

Das ist das Buch meines Vaters.

Falsch : Das ist Dirc's Buch.

Das ist das Buch von Dirc.*

Das ist das Buch von meinem Vaters.*

 

NB :

* Gerade diese Varianten werden immer mehr akzeptiert und setzen sich durch. Die Variante „von + Eigen-Name“ ist sprachlich so gerade noch vertretbar, die Variante „von + Substantiv“ nicht.

Ein Grauen für jeden Linguisten und Sprachpuristen !!!

Das Aussterben des Genitivs schreitet immer weiter voran.

- Die Variante „Das ist das Buch von Max.“ ist eher zu akzeptieren als „Das ist das Buch von Dirc.“, da bei der 1. Variante der Genitiv nicht hörbar ist, sondern nur im Schriftbild durch den Apostroph zu erkennen ist.

- Die gleichen Regeln gelten für die Nachnamen, wenn mehrere Mitglieder der Familie gemeint sind, die dann nur im Plural erscheinen. Artikellos ist nur der Genitiv Plural gebräuchlich („Müllers“). Die anderen Kasus werden eher mit Artikel benutzt („die Müllersden Müllersdie Müllers“).

Im Genitiv Plural gilt auch die Apostroph-Regel, wenn der Nachname auf „-s“, „-ss“, „-tz“, „-x“ oder „-z“ endet.

 

 

zu b) die schwache Deklination

 

a) Mit Ausnahme des Nominativ Singulars enden alle anderen Formen in allen Kasus der ausschließlich maskulinen Substantive dieser Gruppe auf „-en“, wie z.B. „der Mensch – des / dem / den Menschen usw.“ oder „der Hase – des / dem / den Hasen usw.“.

 

b) Bei den femininen Substantiven ist der Singular immer endungslos in allen Kasus.

 

Der Nominativ Plural wird

 

mit „-n“ („die Rede - die Reden“) oder

mit „-en“ („die Frau – die Frauen“)

 

gebildet.

 

 

Alle Kasus sind im Plural ebenso endungslos wie im Singular.

 

 

 

zu c) die gemischte Deklination

 

Gemischte Deklination bedeutet, dass die wenigen Substantive dieser Gruppe im Singular stark, im Plural schwach dekliniert werden.

Dieser Gruppe gehören nur maskuline und neutrale Substantive an; feminine gibt es in dieser Gruppe nicht.

 

Sie enden im Genitiv Singular immer auf „-es“ oder „-s“. Siehe auch „zu a) die starke Deklination, Punkt a)“ auf Seite 42 !

Im Nominativ Plural enden sie immer auf „-n“ und alle Kasus im Plural sind gleich („der See“ - „des Sees“ - „die Seen“ / „das Auge“ - „des Auges“ - die Augen“).

 

 

NB :

Es gibt Substantive, die im Singular sowohl stark als auch schwach dekliniert werden können.

- der Nachbar – des Nachbars (stark) / des Nachbarn (schwach)

 

 

Deklinationenstabellen aller Deklinationsarten

 

a) die starke Deklination

b) die schwache Deklination

c) die gemischte Deklination

 

Bei den Deklinationstabellen werden in diesem Kompendium die Fälle immer in der Reihenfolge der Häufigkeit des Gebrauchs angegeben – also Nominativ, Akkusativ, Dativ und Genitiv, was in Lehrbüchern und Grammatiken für Ausländer auch so üblich ist.

 

Die Substantive werden immer mit dem bestimmten Artikel „der / die / das (Sg.) + die (Pl.)“ angegeben, weil es einen unbestimmten Artikel im Plural nicht gibt. Dadurch ist der unbestimmte Artikel für die Deklinationstabellen ohne Relevanz.

 

Sieh bitte hierzu die Deklination des bestimmten Artikels in Kapitel 2) Der Artikel, Seite 2 oben und Seite 5 oben !

 

DEKLINATIONSTABELLEN

 

 

A) STARKE DEKLINATION

 

a)

maskuline und neutrale Substantive mit Genitiv Singular

auf „-es / -s“ und Nominativ Plural auf „-e“ ohne Umlaut

 

Kasus

Substantiv

Substantiv

 

SINGULAR

 

Nominativ

der Kreis

das Papier

Akkusativ

den Kreis

das Papier

Dativ

dem Kreis

dem Papier

Genitiv

des Kreises

des Papiers

 

PLURAL

 

Nominativ

die Kreise

die Papiere

Akkusativ

die Kreise

die Papiere

Dativ

den Kreisen

den Papieren

Genitiv

der Kreise

der Papiere

 

 

Weitere Substantive, die wie „Kreis / Papier“ dekliniert werden :

 

der Beweis / das Bier

das Gas / der Hinweis

das Pergament / der Reflex

das Schaf / das Souvenir

das Tier / der Witz

der Fakir / der Fuchs

das Klavier / das Kreuz

der Reiz / das Revier

der Stier / das Testament

 

 

und viele andere

 

 

 

b)

maskuline und neutrale Substantive mit Genitiv Singular

auf „-es / -(e)s“ und Nominativ Plural auf „-e“ mit Umlaut

 

Kasus

Substantiv

Substantiv

 

SINGULAR

 

Nominativ

der Hals

der Raum

Akkusativ

den Hals

den Raum

Dativ

dem Hals

dem Raum

Genitiv

des Halses

des Raum(e)s

 

PLURAL

 

Nominativ

die Hälse

die Räume

Akkusativ

die Hälse

die Räume

Dativ

den Hälsen

den Räumen

Genitiv

der Hälse

die Räume

 

 

Weitere Substantive, die wie „Hals / Raum“ dekliniert werden :

 

der Abfall / der Abschluss

der Baum / der Fall

der Gesang / der Gruß

der Sarg / der Saum

der Strumpf / der Traum

der Abschuss / der Anschluss

der Fluss / der Fuß

der Hut / der Kuss

der Schluss / der Schuss

der Zufluss / der Zuschuss

 

und viele andere

 

 

 

c)

maskuline und neutrale Substantive mit Genitiv Singular

auf „-es / -(e)s“ und Nominativ Plural auf „-er“ ohne Umlaut

 

Kasus

Substantiv

Substantiv

 

SINGULAR

 

Nominativ

das Kind

das Bild

Akkusativ

das Kind

das Bild

Dativ

dem Kind

dem Bild

Genitiv

des Kindes

des Bild(e)s

 

PLURAL

 

Nominativ

die Kinder

die Bilder

Akkusativ

die Kinder

die Bilder

Dativ

den Kindern

den Bildern

Genitiv

der Kinder

der Bilder

 

 

Weitere Substantive, die wie „Kind / Bild“ dekliniert werden :

 

das Brett

das Geld

das Feld

das Schild

 

und einige andere

 

 

NB :

- In dieser Gruppe gibt es nur wenige Substantive.

- Der Plural „-er“ steht immer mit Umlaut, aber die Vokale „e“ und „i“ sind nicht umlautfähig, sondern nur „a“, „o“ und „u“.

 

 

 

d)

maskuline und neutrale Substantive mit Genitiv Singular

auf „-es / -(e)s“ und Nominativ Plural auf „-er“ mit Umlaut

 

Kasus

Substantiv

Substantiv

 

SINGULAR

 

Nominativ

das Schloss

der Wald

Akkusativ

das Schloss

den Wald

Dativ

dem Schloss

dem Wald

Genitiv

des Schlosses

des Wald(e)s

 

PLURAL

 

Nominativ

die Schlösser

die Wälder

Akkusativ

die Schlösser

die Wälder

Dativ

den Schlössern

den Wäldern

Genitiv

der Schlösser

der Wälder

 

 

Weitere Substantive, die wie „Schloss / Wald“ dekliniert werden :

 

das Bad / das Fass

das Haus / das Holz

das Schwimmbad / der Stolz*

das Wohnhaus / das Wort**

das Glas / das Gras

der Mund / der Rand

der Strauch / der Urwald

der Wurm

 

und einige andere

 

 

NB :

* „der Stolz“ hat keinen Plural.

** „das Wort – die Wörter (= die Einzelwörter)“ darf nicht mit „das Wort – die Worte (= Rede)“ verwechselt werden.

 

 

 

e)

maskuline und neutrale Substantive mit Genitiv Singular

auf „-s“ und Nominativ Plural auf „-s

 

Kasus

Substantiv

Substantiv

 

SINGULAR

 

Nominativ

das Tabu

der Uhu

Akkusativ

das Tabu

den Uhu

Dativ

dem Tabu

dem Uhu

Genitiv

des Tabus

des Uhus

 

PLURAL

 

Nominativ

die Tabus

die Uhus

Akkusativ

die Tabus

die Uhus

Dativ

den Tabus

den Uhus

Genitiv

der Tabus

der Uhus

 

 

Weitere Substantive, die wie „Tabu / Uhu“ dekliniert werden :

 

das Büro

das Foto

das Logo

das Motel

der Dynamo

das Hotel

das Model

das Solo

 

und einige andere

 

 

NB :

- Der Plural von „das Solo kann neben „die Solos“ auch „die Soli“ lauten.

- Die Substantive dieser Gruppe sind meist Fremdwörter.

 

 

 

f)

maskuline und neutrale Substantive mit gleichen Formen

im Nominativ Singular und Plural ohne Umlaut

 

Kasus

Substantiv

Substantiv

 

SINGULAR

 

Nominativ

der Lehrer

das Steuer

Akkusativ

den Lehrer

das Steuer

Dativ

dem Lehrer

dem Steuer

Genitiv

des Lehrers

des Steuers

 

PLURAL

 

Nominativ

die Lehrer

die Steuer

Akkusativ

die Lehrer

die Steuer

Dativ

den Lehrern

den Steuern

Genitiv

der Lehrer

der Steuer

 

 

Weitere Substantive, die wie „Lehrer / Steuer“ dekliniert werden :

 

der Alkoholiker

der Chemiker

der Führer

der Kellner

der Metzger

der Seefahrer

der Tanker

der Verleger

der Bäcker

der Dachdecker

der Keller

der Maurer

der Patzer

der Teller

das Ungeheuer

der Wagenheber

 

und viele andere

 

 

 

g)

maskuline und neutrale Substantive mit gleichen Formen

im Nominativ Singular und Plural mit Umlaut

 

Kasus

Substantiv

Substantiv

 

SINGULAR

 

Nominativ

der Vater

der Großvater

Akkusativ

den Vater

den Großvater

Dativ

dem Vater

dem Großvater

Genitiv

des Vaters

des Großvaters

 

PLURAL

 

Nominativ

die Väter

die Großväter

Akkusativ

die Väter

die Großväter

Dativ

den Vätern

den Großvätern

Genitiv

der Väter

der Großväter

 

 

NB :

In dieser Gruppe gibt es ganz, ganz wenige Substantive. Außer den oben genannten u.a. noch „der Urgroßvater.

 

 

 

h)

endungslose, ausschließlich feminine Substantive im

Singular und im Nominativ Plural mit „-e“ mit Umlaut

 

Kasus

Substantiv

Substantiv

 

SINGULAR

 

Nominativ

die Wand

die Kraft

Akkusativ

die Wand

die Kraft

Dativ

der Wand

der Kraft

Genitiv

der Wand

der Kraft

 

PLURAL

 

Nominativ

die Wände

die Kräfte

Akkusativ

die Wände

die Kräfte

Dativ

den Wänden

der Kräften

Genitiv

der Wände

der Kräfte

 

 

Weitere Substantive, die wie „Wand / Kraft“ dekliniert werden :

 

die Angst

die Axt

die Braut

die Faust

die Gans

die Haut

die Kunst

die Luft

die Maus

die Nuss

Die Ankunft

die Bank (= der Sitz)

die Brust

die Frucht

die Hand

die Kuh

die Laus

die Magd

die Nacht

die Wurst

 

und viele andere

 

 

 

i)

Vornamen mit „-s“ oder „-s'“ im Genitiv Singular

(starke Eigennamen-Deklination)

 

Kasus

Vorname

Vorname

 

SINGULAR

 

Nominativ

Dirc / Dominik

Thomas

Akkusativ

Dirc / Dominik

Thomas

Dativ

Dirc / Dominik

Thomas

Genitiv

Dircs / Dominiks

Thomas'

 

 

NB :

Bei Eigen-Namen, die auf „-s“, „-ss“, „-tz“, „-x“ oder „-z“ enden, wird im Schriftbild des Genitivs ein „'“ gesetzt.

Bei dieser Variante wird der Genitiv vor das Substantiv gesetzt, wobei der Genitiv sonst hinter seinem Bezugswort steht.

Es darf unter keinen Umständen im Genitiv ein „'s“ gesetzt werden. Das ist immer falsch.

 

 

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Zusammenfassung :

Wenn man sich die einzelnen Deklinationstabellen der starken Deklination anschaut, fällt auf, dass sie insgesamt gesehen doch sehr übersichtlich und einheitlich sind, wenn man die Regeln für die Substantive dieser Deklinationsart verinnerlicht hat.

 

Markanten dieser starken Deklination sind :

 

a) Das „-es“ und „-s“ im Genitiv Singular bei den Maskulina, Neutra und den Eigen-Namen.

b) Das „-n“ im Dativ Plural bei allen 3 Genera.

c) Die Endungslosigkeit der Feminina im Singular.

d) Im Dativ Singular kann ein zusätzliches „-e“ angehängt werden, das heute aber kaum noch vorkommt.

 

 

 

B) SCHWACHE DEKLINATION

 

a)

ausschließlich maskuline Substantive mit „-en

in allen Kasus außer dem Nominativ Singular

 

Kasus

Substantiv

Substantiv

 

SINGULAR

 

Nominativ

der Bär

der Prinz

Akkusativ

den Bären

den Prinzen

Dativ

dem Bären

dem Prinzen

Genitiv

des Bären

des Prinzen

 

PLURAL

 

Nominativ

die Bären

die Prinzen

Akkusativ

die Bären

die Prinzen

Dativ

den Bären

den Prinzen

Genitiv

der Bären

der Prinzen

 

 

Weitere Substantive, die wie „Bär / Prinz“ dekliniert werden :

 

der Abiturient

der Artist

der Automat

der Biologe

der Bote

der Brite

der Chaot

der Christ

der Däne

der Demonstrant

 

Weitere Substantive, die wie „Bär / Prinz“ dekliniert werden :

(Fortsetzung)

 

der Depp

der Elefant

der Fotograf

der Fürst

der Graf

der Held

der Hirt

der Informant

der Idiot

der Junge

der Kamerad

der Katholik

der Konkurrent

der Löwe

der Magnet

der Monarch

der Nachbar*

der Narr

der Passant

der Philosoph

der Pirat

der Planet

der Präsident

der Psychologe

der Rabe

der Rivale

der Soldat

der Spatz

der Typ

der Tyrann

der Untertan

der Welpe

 

und viele andere

 

 

NB :

*der Nachbar“ ist eines der wenigen Substantive, die man sowohl stark als auch schwach deklinieren kann.

 

der Nachbar – des Nachbarn / dem Nachbarn / den Nachbarn

(schwache Deklination)

der Nachbar – des Nachbars / dem Nachbar / den Nachbar

(starke Deklination)

 

- Es gibt in dieser Gruppe sehr, sehr viele Substantive, wie auch an der Liste zu sehen ist.

- Die Substantive sind alle maskulin.

- Gerade bei den Substantiven auf einigen Konsonant wird in der Umgangssprache oft stark dekliniert. Formen wie „den Bär (Akkusativ) / dem Bär (Dativ) / des Bärs (Genitiv) sind allerdings grammatisch falsch.

- Substantiven mit den Endungen „-ade“, „-ale“, „-and“, „-ant“, „-arch“, „-at“, „-e“, „-ent“, „-et“, „-isk“, „-ist“, „-it“, „-one“, „-ot“ und „-und“ gehören zu dieser Gruppe und werden alle schwach dekliniert.

- Wortbezeichnungen auf „-graf (-graph)“, „-loge“, „-nom“ und „-soph“ gehören auch zu dieser Gruppe und werden auch schwach dekliniert.

- Die Substantive auf „-ment“ und „-or“ gehören nicht zu dieser Gruppe. Sie werden stark bzw. gemischt dekliniert.

 

das Parlament – des Parlaments – die Parlamente

(starke Deklination)

der Professor – des Professors – die Professoren

(gemischte Deklination)

 

 

- Das Substantiv „der Herr“ hat kleine Unregelmäßigkeiten im Singular. Im Plural ist die Deklination komplett regelmäßig.

 

Kasus

Substantiv

 

SINGULAR

 

Nominativ

der Herr

Akkusativ

den Herrn

Dativ

dem Herrn

Genitiv

des Herrn

 

PLURAL

 

Nominativ

die Herren

Akkusativ

die Herren

Dativ

den Herren

Genitiv

der Herren

 

 

 

b)

ausschließlich endungslose, feminine Substantive mit konsonantischer Endung im Nominativ Singular

und im Nominativ Plural mit „-en

 

Kasus

Substantiv

Substantiv

 

SINGULAR

 

Nominativ

die Bucht

die Fracht

Akkusativ

die Bucht

die Fracht

Dativ

der Bucht

der Fracht

Genitiv

der Bucht

der Fracht

 

PLURAL

 

Nominativ

die Buchten

die Frachten

Akkusativ

die Buchten

die Frachten

Dativ

den Buchten

den Frachten

Genitiv

der Buchten

der Frachten

 

 

Weitere Substantive, die wie „Bucht / Fracht“ dekliniert werden :

 

die Art

die Journalistin*

die Schicht

die Uhr

die Fahrt

die Pflicht

die Tat

die Werft

 

und viele andere

 

NB :

* Substantive auf „-in“ haben im Plural die Endung „-innen“.

- Substantive mit den Endungen „-heit“, „-keit“, „-schaft“ und „-ung“ gehören auch zu dieser Gruppe.

c)

ausschließlich feminine Substantive mit vokalischer Endung

im Nominativ Singular und im Nominativ Plural mit „-n

 

Kasus

Substantiv

Substantiv

 

SINGULAR

 

Nominativ

die Birne

die Kabine

Akkusativ

die Birne

die Kabine

Dativ

der Birne

der Kabine

Genitiv

der Birne

der Kabine

 

PLURAL

 

Nominativ

die Birnen

die Kabinen

Akkusativ

die Birnen

die Kabinen

Dativ

den Birnen

den Kabinen

Genitiv

der Birnen

der Kabinen

 

 

Weitere Substantive, die wie „Birne / Kabine“ dekliniert werden :

 

die Achse

die Allee

die Allergie

die Ameise

die Broschüre

die Cousine

die Diagnose

die Gardine

die Kassette

die Konsole

die Lawine

die Limonade

 

Weitere Substantive, die wie „Birne / Kabine“ dekliniert werden :

(Fortsetzung)

 

die Marionette

die Marmelade

die Parade

die Pinzette

die Pipette

die Praline

die Psychose

die Rakete

die Rochade

die Rosine

die Scharade

die Schokolade

die Turbine

 

und viele andere

 

 

NB :

- Substantiven mit den Endungen „-ade“, „-äne“, „-ete“, „-ette“, „-ie“, „-ine“, „-ode“, „-ole“ und „-ose“ gehören zu dieser Gruppe und werden alle schwach dekliniert.

- Die Substantive „das Genie“ und „der Sellerie“ gehören nicht hierzu, da sie nicht feminin sind; außerdem werden sie stark dekliniert.

 

 

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Zusammenfassung :

Die schwache Deklination ist sehr übersichtlich und mit wenig Regeln verbunden. Es gibt in dieser Gruppe ja auch nur 3 Untergruppen im Gegensatz zur starken Deklination, die viel mehr Regeln offenbart. Und gerade die Gruppe der maskulinen Substantiven ist in großer Menge bei der schwachen Deklination vertreten.

 

 

Markanten dieser schwachen Deklination sind :

 

a) Das „-en“ in allen Kasus außer im Nominativ Singular bei den Maskulina.

b) Das „-en“ in allen Kasus des Plurals bei den Feminina.

c) Die Endungslosigkeit der Feminina im Singular und Plural sowie die gleichen Formen jeweils im Singular und Plural.

 

 

 

C) GEMISCHTE DEKLINATION

 

a)

ausschließlich maskuline und neutrale Substantive mit starker Deklination im Singular (Genitiv „-s“ / „-(e)s“) und

schwacher Deklination (Endungen auf „-en“) im Plural

 

Kasus

Substantiv

Substantiv

 

SINGULAR

 

Nominativ

der See

das Auge

Akkusativ

den See

das Auge

Dativ

dem See

dem Auge

Genitiv

des Sees

des Auges

 

PLURAL

 

Nominativ

die Seen

die Augen

Akkusativ

die Seen

die Augen

Dativ

den Seen

den Augen

Genitiv

der Seen

der Augen

 

 

Weitere Substantive, die wie „See / Auge“ dekliniert werden :

 

der Autor

der Direktor

der Monitor

das Ohr

der Professor

der Schmerz

das Bett

das Hemd

der Motor

der Projektor

der Staat

das Verb

 

und viele andere

 

 

NB :

- Die Gruppe dieser Substantive ist sehr klein.

- Die Substantive „der Buchstabe“ und „der Name“ haben kleine Unregelmäßigkeiten im Singular. Sie haben im Genitiv die Endung „-ns“, im Dativ und Akkusativ jeweils „-n“. Im Plural ist die Deklination dieser Gruppe komplett regelmäßig.

Das Substantiv „der Herr“ wird oft fälschlicherweise auch zu dieser Gruppe gezählt. Es gehört aber zur schwachen Deklination. Es hat im Singular entweder die Endung „-en“ oder „-n“.

 

Kasus

Substantiv

Substantiv

 

SINGULAR

 

Nominativ

der Buchstabe

der Name

Akkusativ

den Buchstaben

den Namen

Dativ

dem Buchstaben

dem Namen

Genitiv

des Buchstabens

des Namens

 

PLURAL

 

Nominativ

die Buchstaben

die Namen

Akkusativ

die Buchstaben

die Namen

Dativ

den Buchstaben

den Namen

Genitiv

der Buchstaben

der Namen

 

 

Weitere Substantive, die wie „Buchstabe“ / „Name“ dekliniert werden :

 

der Friede

der Gedanke

das Herz

der Same(n)

der Funke

der Glaube(n)

der Haufen

der Wille

 

und andere

Zusammenfassung :

Die gemischte Deklination ist sehr übersichtlich und mit wenig Regeln verbunden, zumal diese Gruppe äußerst klein ist.

 

 

Markanten dieser gemischten Deklination sind :

 

a) Die Zweiteilung in den Singular (starke Deklination) und den Plural (schwache Deklination) mit unterschiedlichen Deklinationen.

b) Das „-es“ / „-e“ im Genitiv Singular.

c) Die Endungslosigkeit im Plural sowie die gleichen Formen im Plural.

d) Es kommen ausschließlich maskuline und neutrale Substantive vor.

 

 

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Für die Deklinationen des Adjektivs sieh Kapitel 04) Das Adjektiv und das Adverb !

Für die Deklinationen der Pronomina sieh Kapitel 05) Die Pronomina !

 

 

 

 

DIE FUNKTIONEN DER KASUS :

 

Es gibt im Deutschen 4 Kasus (Fälle) :

 

a) NOMINATIV

b) GENITIV

c) DATIV

d) AKKUSATIV

 

 

Wie erfragt man welchen Fall (Kasus) ?

 

Nach dem Nominativ fragt man bei Personen mit „Wer ?“ und bei Sachen mit „Was ?“.

Nach dem Genitiv fragt man sowohl bei Personen als auch bei Sachen mit „Wessen ?“.

Nach dem Dativ fragt man sowohl bei Personen als auch bei Sachen mit „Wem ?“.

Nach dem Akkusativ fragt man bei Personen mit „Wen ?“ und bei Sachen mit „Was ?“.

 

Der Kasus zeigt an, welche Aufgabe ein Nomen im Satz innehat. Er lässt sich nur zum Teil an besonderen Kasus-Endungen erkennen. Wo sie fehlen, muss der Fall aus der Form des Begleiters, wie z.B. eines Pronomens oder eines Adjektivs, oder aus dem Zusammenhang erschlossen werden.

 

Um den Sinn und Zweck und die Funktionen der Kasus zu verstehen, ist es wichtig, sich mal einen deutschen Satz undekliniert anzuschauen.

 

Der Chef mein Nachbar gibt der Sohn die Schulleiterin ein Beleg.

 

Jeder sieht sofort, dass der Satz mit den undeklinierten Satz-Teilen so keinen Sinn macht. Um den Satz verständlich zu machen, müssen die einzelnen Satz-Teile so dekliniert (= in Kasus gesetzt) werden, dass der Satz sinnvoll ist.

Die Kasus-Deklination unterliegt im Deutschen strikten Regeln.

Wollen wir den Satz mal kasustechnisch analysieren !

Vorab die Lösung des richtig deklinierten deutschen Satzes :

 

Der Chef meines Nachbarn gibt dem Sohn

der Schulleiterin einen Beleg.

 

 

Die Analyse ergibt folgendes Ergebnis :

 

a) der Chef → Nominativ Singular

- Subjekt des Satzes

 

b) meines Nachbarn → Genitiv Singular maskulin

- Genitiv-Attribut zum Subjekt des Satzes „der Chef

- „meines“ ist eine adjektivische Ergänzung, hier in Form eines Possessivs, zu „Nachbarn“ im gleichen Kasus → KNG- Kongruenz*

 

c) gibt → 3. P.Sg. Indikativ Präsens Aktiv von „geben

 

d) dem Sohn → Dativ Singular maskulin

- Dativ-Objekt zum Verb „geben→ Rektion**

 

e) der Schulleiterin → Genitiv Singular feminin

- Genitiv-Attribut zum indirekten Objekt „dem Sohn

 

f) einen Beleg → Akkusativ Singular maskulin

- Akkusativ-Objekt zum Verb „geben → Rektion → Valenz***

 

 

NB :

* / ** / *** Wie man sieht, sind in der vorherigen Analyse 3 sehr wichtige Grammatik-Begriffe aufgetaucht, die es noch zu klären gibt, und zwar „KNG-Kongruenz“, „Rektion“ und „Valenz“.

 

1) KNG-Kongruenz

 

Die Abkürzung KNG-Kongruenz bedeutet „Kasus-Numerus-Genus-Kongruenz“ und kommt vom lateinischen Wort „congruere“, das „zusammenfallen / ineinanderfallen“ heißt.

KNG-Kongruenz bedeutet also, dass ein Substantiv in Kasus (Fall) - also Nominativ, Genitiv, Dativ und Akkusativ -, Numerus (Anzahl) - also Singular oder Plural - und Genus (Geschlecht) - also maskulin, feminin oder neutrum -, mit seinem Bezugswort übereinstimmen muss.

Das Prädikat richtet sich auch danach. Durch den Numerus wird bestimmt, ob das Verb im Singular oder Plural zu stehen hat.

 

Nachfolgend je ein Beispiel für maskuline und feminine Kongruenz :

 

Kasus :

NOMINATIV

GENITIV

DATIV

AKKUSATIV

 

 

NOMINATIV

GENITIV

DATIV

AKKUSATIV

Singular :

der andere Mann

des anderes Manns

dem anderen Mann

den anderen Mann

 

Plural :

die anderen Männer

der anderen Männer

den anderen Männern

die anderen Männer

Singular :

die andere Frau

der anderen Frau

der anderen Frau

die andere Frau

 

Plural :

die anderen Frauen

der anderen Frauen

den anderen Frauen

die anderen Frauen

 

Manche Formen sind gleich (Nom. + Akk.Pl. (m) und Nom. + Akk. Sg. + Pl. (f)) – manche sehen gleich aus. Man kann aber fast immer irgendwo einen Unterschied erkennen, der entweder am Artikel, an anderen Begleitern, hier einem Adjektiv, oder am Substantiv selbst, auszumachen ist.

 

 

 

2) Rektion

 

Rektion“ ist vom lateinischen Wort „regere“ abgeleitet, das „leiten / leiten / führen“ bedeutet.

 

Mit Rektion ist gemeint, welcher Fall

(Genitiv / Dativ / Akkusativ) ein Verb bei sich hat.

 

 

Das bedeutet also, dass jedes Verb einen bestimmten Kasus braucht, um sinnvoll damit einen Satz bilden zu können.

 

a) Es gibt Verben, die gar keinen Fall regieren. Sie haben den sogenannten Null-Kasus, der aber keinen offiziellen Kasus der deutschen Grammatik darstellt. Diese Verben sind immer intransitiv*.

 

b) Einige wenige Verben regieren den Genitiv, wie z.B. „anklagen“, „bedürfen“, „sich erinnern“, „gedenken“, „verdächtigen“ usw. .

Diese Verben haben oft noch ein Akkusativ-Objekt bei sich; diese Verben sind trotzdem intransitiv.

 

c) Die Gruppe der Verben, die den Dativ regieren, ist auch nicht sonderlich groß, aber größer als die Gruppe der Verben, die den Genitiv regieren, wie z.B. „ähneln“, „antworten“, „drohen“, „fehlen“, „widersprechen“ usw. .

Diese Verben haben oft noch ein Akkusativ-Objekt oder ein präpositionales Objekt bei sich; diese Verben sind trotzdem intransitiv.

 

d) Die Gruppe der Verben, die den Akkusativ regieren, ist sehr groß, und zwar mit Abstand die größte. Sie umfasst Verben wie z.B. „anfangen“, „bedauern“, „essen“, „gewinnen“, „pflegen“, „werfen“ usw. .

Diese Verben haben oft noch ein Dativ-Objekt oder ein präpositionales Objekt bei sich; diese Verben sind transitiv.**

 

 

NB :

* Intranstive Verben haben entweder keine Ergänzung, ein Dativ-Objekt oder ein präpositionales Objekt bei sich.

Diese Verben können kein persönliches Passiv bilden.

** Transtive Verben haben zwingend ein Akkusativ-Objekt bei sich.

Diese Verben können ein persönliches Passiv bilden.

 

Mehr zu diesem Thema siehe unter Kapitel 08) Das Verb und seine Ergänzungen !

 

 

 

3) Valenz :

 

Valenz“ kommt vom lateinischen „valere“, das „gelten / gültig sein“ bedeutet.

 

Valenz beschreibt das Potential eines Verbs, bestimmte Ergänzungen einzufordern und in ihrer Form festzulegen.

 

Valenz (= Wertigkeit) sagt also etwas darüber aus, wie viele und nicht welche (= Rektion / Transitivität - Intransivität) Ergänzungen (= Komplemente) ein Verb hat oder haben kann. Ein Kasus ist nicht mehr wert als ein anderer Kasus, höchstens häufiger gebraucht.

 

Gleiche Verben haben oft unterschiedliche Valenzen, z.B. „Ich esse.“ ist nullwertig, da keine Ergänzung vorhanden ist (das Subjekt zählt nicht aus Sicht der Schulgrammatik), aber „Ich esse den Apfel.“ ist einwertig, da eine Ergänzung („den Apfel“) vorhanden ist.

Trotzdem wird das Verb „essen“ als nullwertig bezeichnet, da die Mindest-Anforderung an dieses Verb keine (0) Ergänzung ist, das Objekt kann hier auch weg fallen. Der Satz bleibt inhaltlich und grammatisch in beiden Varianten trotzdem richtig.

Eine Valenz-Kette kann null-wertig bis n-wertig, also unendlich, sein. Es zählen immer nur die obligatorischen (= notwendigen) und nicht die fakultativen (= freien) Ergänzungen.

 

Modal-, Modalitäts- und Hilfsverben können übrigens keine Valenzträger sein; die Valenz steckt in der Gesamt-Konstruktion, z.B. mit einem nachfolgenden Infinitiv.

 

Wenn das Subjekt ein Schein-Subjekt besitzt, hat das Verb eine sogenannte Null-Valenz. Im Deutschen betrifft dies unpersönliche Verben, bei denen „es“ grammatisches Subjekt ist.

 

 

Mehr zu diesem Thema siehe unter Kapitel 08) Das Verb und seine Ergänzungen !